In eigener Sache

Nachdem ich diese Notizen im Auto, während kurzer Pausen, im Hotel, Restaurant und im Flugzeug auf einem Handy mit ziemlich zerstörten Bildschirm geschrieben habe, werde ich sie in den nächsten Tagen überarbeiten und mit Photos anreichern. Es lohnt sich also vielleicht, später noch einmal wieder zu kommen.

Es ist geschafft

Die dreißigste Carrera Panamericana ist vorüber, für mich die zweite. Es war wieder eine tolle, wilde, eindrucksvolle Tour durch Mexiko, welche neue und schöne Eindrücke von Land und Leuten vermittelt hat. Denn trotz der Konzentration, die man stundenlang aufbringen muss und der Geschwindigkeit, mit der der ganze Tross durchs Land reist, bekommt man doch einiges mit.
Es war sehr anstrengend, früh aufstehen, den ganzen Tag im Auto, abends das offizielle Programm bzw. für die Servicecrew die Durchsicht der Fahrzeuge und dann am nächsten morgen wieder früh los. Am Tag nach dem Rennen waren wir alle nur bedingt ansprechbar, hatten keine Energie mehr und haben den halben Tag geschlafen. Aber es hat sich gelohnt: Platz 3 in unserer Gruppe (welche am stärksten besetzt war) und Rang 21 Gesamt. Nicht ganz unser Ziel, aber doch sehr gut. Denn vor allem: Wir sind wieder durchgefahren und heil angekommen. Nach 4.157 km und 1.271 verbrauchten Litern Sprit haben wir das Ziel in Durango ohne Kratzer erreicht. Dies ist nicht allen gelungen, einige wilde Unfälle haben wir gesehen. Aber außer ein paar gebrochenen Knochen hat es Gott sei Dank keine schweren Verletzungen gegeben.
Wir haben wieder gegen alle Verkehrsregeln verstoßen (außer fahren gegen die Fahrtrichtung auf der Autobahn, dass gab es diesmal nicht), aber weder der Alex noch ich hatten jemals das Gefühl, dass es irgendwie akut gefährlich ist. Natürlich kann immer etwas passieren, wenn man knapp am Limit über Passstrassen ohne Leitplanken, aber mit dreihundert Meter tiefen Schluchten neben der Straße fährt, aber wir hatten immer einen kleinen Sicherheitspolster, sodass die Fahrerei schweißtreibend, aber doch Spaß war. Ein einziges Mal war es brenzlig, als uns fast die Straße ausging und wir um Haaresbreite nicht in einen Graben gerutscht sind, in welchem uns ein großer Felsblock begrüßt hätte. Mehr Stress hatten wir am letzten Tag, als ein Verbindungselement am Kabel zum Starter gebrochen ist und wir schon mit stehendem Motor in der SP gestanden sind. Glücklicherweise konnten wir weiterfahren und auch diesen Tag trotz weiterer Probleme mit diesem Teil beenden. Und wie wir weitergefahren sind: Alleine für die drei diabolischen Sonderprüfungen (insgesamt 70 km) und weiteren 30 km Verbindungsetappe haben wir einen kompletten Tank plus weitere 10 Liter verbraucht. 105 Liter für 100 km. Das sagt wohl einiges über die Fahrweise aus. Der Schnitt für die ganze Woche lag bei 30,6 Liter / 100 km; auch nicht so ganz wenig.

Einen Reifenschaden hatten wir und das gebrochene Kabel. Außerdem ist mein Handy zerbrochen, mein Photoapparat ist kaputt und mein Handspiegel. Aber sonst nichts. Das Auto hat super gehalten. Dies ist auf jeden Fall der Verdienst von Custom Speed – Robert und Gerhard. Sie haben den Wagen schon 2014 für die erste PanAm perfekt aufgebaut und auch jetzt wieder grandios vorbereitet. Und während der Tour unter teilweise heftigsten Bedingungen Servicearbeiten um um Uhr 03.oo in der Früh durchführt, da sie erst um 2.3o angekommen sind und um 5.oo schon wieder weiter mussten. Sie (und natürlich auch Johanna) haben schon richtig was abbekommen in dieser Woche. Herzlichen Dank dafür!

Ein herzlicher Dank geht auch an meinen furchtlosen Beifahrer Alex, der sich im Vorfeld perfekt vorbereitet hat und dies während des Rennen fehlerlos umsetzen konnte, der den gesamten Transport der Fahrzeuge koordiniert hat und sich um das gesamte technische Zubehör gekümmert hat. Sich vor allem aber nie über meine Fahrweise beschwert hat 😁 (ich lerne daraus: Es geht vielleicht doch noch schneller). Er hat uns sicher durch Mexiko geführt und dabei einen tollen Job gemacht. Von mir aus: Immer wieder.

Danken möchte ich natürlich auch unseren Sponsoren und fleißigen Geistern, die im kleinen oder großen dazu beigetragen haben, dass wir diese Reise überhaupt antreten konnten und die Ausrüstung und Sicherheiten hatten, die wir benötigt (bzw. glücklicherweise nicht benötigt) haben. Stellvertretend für alle möchte ich hier die Allianz Agentur Wimmer-Dirnberger nennen, deren wir keine Schadensmeldung schicken müssen.

Last but not least möchte ich mich bei unseren Familien bedanken, die trotz der Gefährlichkeit dieser Veranstaltung an uns geglaubt haben, uns keine Steine in den Weg gelegt haben, sondern zu Hause die Daumen gedrückt und mitgefiebert haben. Ohne diesen Support kann man solch ein Rennen nicht fahren.

Nachdem mittlerweile die erste Etappe von Durango nach Mexiko City per Flugzeug (52 kg Gepäck nur von mir!) geschafft ist, wird es nicht mehr lange dauern, bis wir wieder in Österreich sind und in einen normalen Tagesrhythmus wechseln. Die Umstellung beim Essen wird einfach, die Umstellung im Straßenverkehr heftig. Aber wir kommen zurück, warten dann noch auf die Autos und schauen, was die Zukunft bringt …

Day 7, Ein höllischer Tag

Heute war der letzte Tag. Der Wecker klingelte um Uhr 05.15 und dann ging es mit dem Taxi zu unserem Mustang. Im stockfinsteren sind wir dann rund 30 km zum Startpunkt gefahren, von dem aus eine 200 km lange Verbindungsetappe Richtung Durango begann. Nachdem es nur eine VE war, sind alle gleichzeitig (schon in Reihe) losgefahren und wir hatten eine Höllenfahrt über Autobahn und Landstraße.
Nach 40 km ist mir dann durch das offene Femster bei 180 km/h der Rest einer Fliege, die sich wohl am Außenspiegel zerstört hat, in meinem linken Auge eingeschlagen. Das hat mich dann 70 km lang beschäftigt, bis eine andere Abwechslung kam: Die Voltanzeige fiel und fiel. Licht aus (im Dunkeln auf der Autobahn nicht so zu empfehlen) und alle anderen Verbraucher aus und hoffen, dass wir es bis zum außertourlichen (Zwischen-) Service schaffen. Kurz vor dem Service mussten wir noch tanken, aber die Tankstelle hatte keinen Sprit. Auto anschieben, nächste Tankstelle. Von dort dann ohne Navi einem BMW gefolgt – das war der zweite Höllenritt. Zick Zack volles Rohr durch den Frühverkehr.
Beim Service hat der Gerhard dann eine neue Batterie montiert, die sollte inkl. SP bis zum richtigen Service halten. Dort sollen wir dann eine neue Lichtmaschine bekommen. Auch eine der drei Benzinpumpen hat er stillgelegt, um Strom zu sparen. Die Freude über den gestrigen dritten (Tages-)Platz und Platz 3 in unserer Klasse weicht momentan dem Stress und der Nervosität, ob das Auto, was bisher super funktioniert hat, auch wirklich hält.
Später mehr.

Die ersten beiden SP sind wir super gefahren. Strom war ausreichend und die Strecke geil. Jetzt sind wir im Service. Voller Stress bei allen, dass wir die Elektrik in den Griff kriegen. Lichtmaschine ausgetauscht, aber das war doch nicht das Problem. Zum Schluss hat sich rausgestellt, dass sich eine Kabelklemme abvibriert hat und es deswegen die Probleme gab. Der Starter hat zwar noch immer nicht funktioniert (also immer Auto anschieben), aber wir konnten wieder fahren. Aufgrund der Zeitnot könnte die nur provisorisch repariert werden, aber ich konnte mit ein paar Minuten Verspätung doch noch losfahren. Der Alex ist zwischenzeitlich schon zum Starter vorgegangen und ihm erzählt, dass mich Montezumas Rache erwischt hat und es doch traurig wäre, wenn wir nun wegen meinem mexikanischen Durchfall als Europäer das Rennen verlieren würden.
Der Schmäh ist durchgegangen und wir haben keine Strafzeiten bekommen. Jetzt mussten wir auf der VE nur noch die fehlenden Minuten gutmachen und die richtige Startreihenfolge herstellen. Das war der nächste Höllenritt. Mit 200+ durch Baustellen, durch Tunnels, etc. Kommentar Beifahrer: Bist Du deppert, das war grenzwertig“. Es waren nur die Straßen schlecht, Verkehr war kaum einer (die Polizei hat den Gegenverkehr vor jeder Baustelle für eine Stunde gestoppt). Nix ist passiert, die Startreihe hat wieder gestimmt. Dort gab es wieder eine Verzögerung, daher durften wir 15 min. mit laufendem Motor bei 25 Grad warten.

Auf der folgenden 16 km langen SP ist uns dann mittendrin kurzfristig der Strom ausgegangen. Mit stehendem Motor sind wir neben der Strecke ausgerollt, wobei neben der Strecke nicht die Strecke beschreibt: Auf 2.500 Meter Seehöhe eine Passstraße mit Abgründen rechts von teilweise bis zu 400 Metern. Direkt neben der Straße (Rennpiste!). Glücklicherweise war genau an dieser Stelle eine kleine Schotterausbuchtung, steil bergaufwärts. Wir haben einfach probiert, den Stromschalter aus und wieder einzuschalten und beim zurückrollen im Rückwärtsgang das Auto wieder anzustarten. Das ist sogar gelungen und obwohl wir de facto schon aus dem Rennen waren, schon neben der Piste gestanden sind, haben wir den Porsche vor uns (immer 30 sec. Start) noch fast überholt!
Die nächste SP mit dem Namen „Espinazo Del Diablo“ war fast 30 km lang und ist die anstrengendste, gefährlichste und berüchtigtste von allen SP’s in diesen 7 Tagen. Hier hatten wir über viele km Probleme mit der Benzinversorgung, der Motor setzte immer wieder fast aus und hatte keine Leistung. Dieses Phänomen hatten wir bei der gleichen SP auch schon das letzte Mal. Aber mit weh und ach haben wir es bis ins Ziel geschafft, auch hier wieder der Porsche in Sichtweite. Die SP trägt zurecht den Diablo im Namen!

Aber nicht nur wir hatten Probleme: Der Mustang hinter uns hat seine Kupplung zerstört und ein Mustang vor uns seinen Starter, aber es hat heute keine Unfälle gegeben (letztes Jahr sind mehrere Autos zwischen 30 und 300 Metern abgestürzt!).

Die dann folgende SP über 12 km begann wieder im totalen Chaos. Zu einer festgelegten Zeit muss man auf die Sekunde genau bei der Zeitnehmung stehen, dort wird die Startkarte abgestempelt, dann rollt man 100 Meter weiter zum Start und im 30 sec Rhythmus geht es dann los. Und just bei der Zeitnehmung ist der Motor abgestorben. Bergauf. Kei Starter. Hinter uns weitere Autos, sodass wir nicht zurück rollen konnten. Irgendwie haben wir dann doch drei, vier Autos später den Motor wieder anschieben können und sind gestartet. Aber halt nur irgendwie. Alex musste sich noch fertig anschnallen, das Roadbook nicht in der Hand, sodass schlussendlich düse Etappe jene war, in der ich am längsten ohne Ansage nur auf Sicht und Instinkt fahren konnte. Aber auch diese Etappe haben wir geschafft und sind zum zweiten Mal an diesem Tag zu unserem Service gerollt. Dort konnte dann in Ruhe das Elektroproblem erledigt werden und noch einmal etwas Sprit für die letzten 90 km getankt werden, denn für die rund 60 km Sonderprüfungen und die paar km VE dazwischen haben wir rund 70 Liter Benzin verbraucht!

Die dann folgenden letzten beiden SP haben noch einmal richtig Spaß gemacht und gefühlsmäßig waren wir auch wirklich flott. Wie flott, haben wir aber erst am Abend erfahren.
Und zum Schluss die Zieleinfahrt im Konvoi nach Durango – ein Highlight nach dieser langen Tour. Aber wir waren so erschöpft und müde, dass wir das gar nicht richtig wahrnehmen konnten. Dazu kam: Der Starter bzw. das Kabel hat wieder gesponnen und wir sind eine dreiviertel Stunde mit laufendem Motor inmitten von Menschenmassen gestanden. Mittlerweile habe ich eine Idee, wie sich ein Schmorbraten anfühlt.
Und dann endlich: Die Zielrampe. Aus, fertig, vorbei. Oder so: Der technische Kommissar versiegelte die Motorhaube und teilte uns mit, dass wir noch zu einer Kontrolle müssten. Und dann war er wieder weg. Keine Ahnung, warum, wann, wo. Jedenfalls wurde unser Wagen mit einigen anderen direkt neben der Rampe platziert. nach 1 1/2 Stunden Trubel gab es plötzlich Motorengeräusche – Abfahrt zur Kontrolle. Die verlief positiv, sodass Alex und ich endlich ins Hotel kamen, um uns für die Abschlussfeier fertig zu machen. Die sollte um 21.oo beginnen, um 22.3o füllte sich der Saal und um Mitternacht gab es die Siegerehrung. Trotz grober Probleme mit der Leistung, trotz Ausfall und Neustart in der dritten SP waren wir das zweitschnellste Team in unsrer Klasse und der schnellste Mustang overall! Und der nächste Pokal kam gleich anschließend: Gesamtergebnis „La Carrera Panamericana 2017“ Kategorie „Historische C“ dritter Platz.
Ein versöhnlicher Abschluss für einen wirklich harten Tag. Wie hart er war, kann man daran ermessen, das der Heinz am Tisch sitzend eingeschlafen ist. Wobei er zu verdauen hatte, dass ihm just beim überqueren der Zielflagge der letzten SP der Motor um die Ohren geflogen ist. Wirklich Pech, aber er ist doch noch knapp an die Top-Ten gesamt heran gekommen. RESPEKT!

Nachdem das Frühstück aus einer halben Packung Chips, das Mittagessen aus einem Cornetto-Eis und das Abendessen aus irgendetwas ungenießbaren bestanden hat, bin ich um 02.oo erschöpft und hungrig, aber heil und gesund ins Bett gefallen. Den auch wenn die Platzierung nicht ganz das ist, was wir uns vorgenommen hatten, das wichtigste Ziel haben wir erreicht: Ohne Unfall gesund und mit vielen tollen Erinnerungen an ein außergewöhnliches Rennen wieder heim zu kommen


 

Day 6, Ups and Downs

Der heutige Tag war sehr durchwachsen! Aber der Reihe nach: Das Abendessen gestern war richtig schlecht, der Rahmen auch nicht besonders und der heutige Tag begann bereits um Uhr 05.44. Daher haben wir das Abendprogramm abgekürzt und sind vor den Ansprachen und der Siegerehrung ins Hotel gefahren und haben uns niedergelegt. Wir hatten nun zwar keine Information über unsere Platzierung, aber abgerechnet wird sowieso erst zum Schluss.
Eine sehr erfreuliche Überraschung hat uns dann am Auto erwartet: Der Gerhard hat den Mustang gewaschen und jetzt funkelt er wieder. Vielen Dank dafür!

Der erste Dämpfer kam dann vor dem Start: Die Navision hat uns (und 15 andere auch) zwar zielgenau zum Start geleitet, aber leider von der falschen Seite. Zwischen uns und der Startlinie waren zwar nur 50 Meter, aber auch ein dicker Zaun mit einem verschlossenen Tor und einem Wärter, der keinen Schlüssel dafür hatte. Anstatt sich in Ruhe vorzubereiten, war es sehr knapp mit dem Start, aber es ging sich mit 6 min Puffer aus. Der richtige Hammer und Schock kam dann aber 3 min. vor dem Start! Ein Teilnehmer zeigte uns die Gesamtergebnisse und fragte, warum wir 2x 30 min. Zeitstrafe erhalten haben. Diese Strafen erklären unsere schlechte Platzierung, aber wir wussten nicht, wofür wir sie bekommen haben. Sind uns auch keiner Schuld bewusst. Und morgens um 06.oo ist das die falsche Nachricht für mich. Ich war so sauer, hab mich zwei Stunden nicht beruhigen können. Als Folge dann auch die erste SP richtig schlecht gefahren.

Die lange VE (in Summe heute knapp 600 km) hat mich aber runtergeholt. Wir sind durch wilde Landschaften gefahren (John Wayne lässt grüßen), teilweise mit mystischen Morgennebel, immer auf schmalen unebenen Landstraßen und einer Reisegeschwindigkeit von 150 km/h. Aber wir waren bei weitem nicht die schnellsten: in der 70er Zone, welche wir mit 150 fuhren, schnupfte uns ein 911er, aber richtig.

Nachdem ich dann heute eine schöne Corvette mit fehlenden Rädern auf dem Dach liegen gesehen habe, unseren zweitschärfsten Konkurrenten mit seinem Mustang in der Felswand kleben sah, war der Ärger über die Zeitstrafen (fast) vorbei. Zu Mittag habe ich dann noch einmal heftig mit der Rennleitung diskutiert, aber anscheinend war der ganze Ärger umsonst, es handelt sich angeblich um eine Fehleingabe!?!!

Nachdem Gerhard den Wagen so schön gewaschen hatte, musste ich ihn heute zweimal enttäuschen. Auf der Fahrt zum Servicepoint war eine Straße überschwemmt. Die Ausweichroute führte über eine 3 km lange Staubstrasse allererster Qualität. Und bei der Retourfahrt haben sie die Straße uns zuliebe gewässert. Richtig! So kam dann auch noch der Schlamm dazu 😁.

Es fallen auch immer wieder Fahrzeuge mit technischen Problemen aus. Mal für eine Stunde, mal für einen Tag oder sogar ganz. Darunter sind auch immer wieder Rennautos zu mieten. Bei uns bekommt man so etwas nicht (über den Hertz-Mustang müsste man verhandeln), wer aber scheinbar einen guten Job macht, ist der Matthias Heyer. Wer mit dem Gedanken spielt, selbst einmal an der Carrera teilzunehmen, aber kein eigenes Auto aufbauen möchte, sollte sich vielleicht bei ihm schlau machen.
Es gibt nämlich viel zu erleben und zu sehen. Z.B. die Sonderprüfungen rund um Zacatecas, wo man mit weit über 200 km/h durch eine schöne Landschaft fliegt (leider kriegt der Beifahrer gar nicht mit, der Fahrer auch nur sehr wenig). Aber den tollen Empfang in der Stadt, den bekommt man erster Hand geliefert. Wirklich herzlich!

Der Tag endet so wechselhaft wie er als Ganzes war: kalt/warm. Bin wieder pleite (Kreditkartenakzeptanz habe ich schon erwähnt?) und wollte mit meiner Amex Geld abheben. Hat auch alles super funktioniert am Bankomat -bis zu dem Moment, wo das Geld und die Karte aus der Maschine kommt. Eine Kreditkarte weniger wird das Übergewicht auf dem Rückflug nicht wirklich senken, aber …
Anderer Bankomat, andere Karte, jetzt bin ich bis zum Ende der Reise finanziell ausgestattet. Und kann den Abend beim Fahrermeeting genießen, denn das Abendessen findet in einer toll hergerichteten Stierkampfarena statt. Eine mörder Atmosphäre!

Nachdem ich eigentlich todmüde bin ( Gott sei Dank mache ich mir bei jedem Stop kurze Notizen über den Tag, sonst wüsste ich abends nicht mehr, was tagsüber war, so viele Impressionen), warte ich nur noch auf das Ergebnis von heute und mit großer Spannung auf das Ergebnis von heute (bzw. die gelöschten Strafzeiten, aber das kriege ich wohl erst morgen früh). Dann ab ins Bett, denn morgen ist zwar der letzte, aber auch längste Tag

Day 5, Großer Fehler – keine Auswirkungen

Der heutige Morgen hat relativ entspannt begonnen, bis wir bemerkt haben, dass wir am Vorabend vor lauter Aufregung wegen dem Getriebe vergessen haben zu tanken. Es waren zwar nur drei kurze, aber sehr schnelle  SP zu fahren, aber bei einem Verbrauch von 50 Litern im Rennmodus und einem nur viertel vollen Tank habe ich doch ordentlich geschwitzt, ob wir auch wirklich durchfahren können.
Die SP waren toll, dieses Mal kaum Drifts, eher blockierende Räder beim runterschalten aber mit teilweise über 200 km/h wirklich schnell. Kurz nach der dritten Zielflagge kam dann eine Tankstelle und der Tag war gerettet. Auch kein Reifenproblem so wie gestern hat uns gestresst, denn vier Minuten vor Beginn einer Sonderprüfung schnell abschnallen, Reifen unter dem Gepäck aus dem Kofferraum holen, wechseln, alles wieder sicher (!) verstauen, angurten mit Helm und HANS, Fensternetz montieren und dann konzentriert starten ist nicht so ganz ohne. Vor allem bei sengender Sonne, Rennmontur inkl Helm am Kopf und dem Zeitdruck. Aber Zeitdruck ist hier nicht so ganz ungewöhnlich und wenn ich ehrlich bin, haben die beiden Mechaniker viel mehr Druck durch die Uhr. Und auch das muss gesagt werden: Sie machen einen SUPER Job!!!

Auf der anschließenden VE hat mich dann zum bisher ersten Mal die Polizei ermahnt, langsamer zu fahren. Wir haben uns auf der Autobahn rechts und links durch den Verkehr und Baustellen gekämpft und (manchmal) wechselnde Polizeiautos dabei gehabt. Einen habe ich dann direkt nach einer Baustelle überholt. Bei 195 km/h hat er dann zurück überholt, gehupt, böse geschaut und mir per Handzeichen zu verstehen gegeben, es doch etwas langsamer anzugehen. Nur um dann selber am Horizont zu verschwinden.

Heute habe ich auch mal wieder einen Bumper übersehen, aber der war Gott sei Dank harmlos und hat uns die 130 nicht übel genommen.

Der Nachmittag begann mit einem köstlichen Spieß von unseren mexikanischen Freunden (mein Bauch wird leider doch nicht kleiner) und brachte dann nochmals vier lange (15-20 km) und sehr schnelle (200+) SP’s. Die abendliche
Einfahrt ins Stadtzentrum erfolgte wieder im Konvoi mit gesperrten Straßen und einem Empfang am Hauptplatz. Ich hatte viele Photowünsche aufgrund des Trachtenanzugs zu erfüllen, auch für die Polizei. Dafür dürfte ich mir so einen Polizei-Dodge von innen anschauen und ein kleines Souvenir mitnehmen.

Nach einer Stunde im Zentrum sind wir dann noch zum Servicepoint gefahren. Dort warteten bereits einige VW und US-Car Besitzer mit Ihren Autos auf uns. Ich wurde auf eine kurze Probefahrt in einem alten Dodge Challenger eingeladen. Der Besitzer ist vor Stolz fast geplatzt, dass ein „echter“ Rennfahrer in Rennoverall mit seinem Auto fährt. War eine lustige Abwechslung, ebenso wie die Fahrt mit einem Taxi zum Hotel. So leise, so komfortabel, ganz ungewohnt.
Jetzt sitzen wir bei der täglichen Fahrerbesprechung, -abendessen und Siegerehrung. Wir glauben, dass wir uns heute sicher auf den dritten, wenn nicht sogar zweiten Platz in unserer Gruppe vorgearbeitet haben. Mal schauen, wie es wirklich ist.

Morgen ist mal wieder im 05.3o Tagwache, wir haben noch einmal zwei sehr lange Tage mit je 600 km vor uns. Auch hier

Day 4, Mil Cumbres und Guanajuato

Heute habe ich lang und gut geschlafen und frische Wäsche anziehen können – ein guter Start in den Morgen 👍(und geistig bin ich auch wieder frisch).

Mexiko hat sich gegenüber 2014 weiterentwickelt. Es ist viel weniger Polizei auf den Straßen und die Telekommunikation ist auch deutlich besser geworden. Wenn ich an die erste Tour zurück denke – Horror. Heute funktioniert das anders und ich hoffe, dass die Bilder und Videos auf unserer Facebook Seite helfen, den Spirit der Carrera zu vermitteln.
Vom Ergebnis her liegen wir hinter unseren Erwartungen. Man (ich) könnte um einiges schneller fahren, wenn man – wie viele der Teilnehmer – vorher trainiert und sich eigene Aufzeichnungen für das Roadbook macht. Aber wir sind für das Erlebnis hier, für den Spaß, und den lassen wir uns nicht nehmen, nur weil wir vierter, fünfter oder sechster sind.
Vor allem aber: Der Heinz hatte einen Hochgeschwindigkeitsdreher um 480 Grad (nix passiert), habe einen Mini Totalschaden im Wald gesehen (Video davon gibts irgendwo auf youtube), einen zweiten Porsche Totalschaden, einen Mazda, der 20 Meter oberhalb der Straße am Berg pickte, der Notarzt-Hubschrauber, der einen Teilnehmer nach México City fliegen musste, und, und, und. Ich kann und will mein Hirn nicht ganz ausschalten, will Spaß haben, schnell fahren, aber vor allem gesund wieder heim kommen.
Denn trotz allem ist dies hier kein Kindergeburtstag. Wir fahren schon wirklich flott durch die Landschaft und auf teilweise schlechten Straßen. Es ist unglaublich, was das Material aushält, z.B. die Reifen. Es sind ja nur wenige Quadratzentimeter, die den Kontakt zur Straße halten und 1.500 kg (+/-) steuern. Und von tiefen Gräben abhalten: Die erste oder zweite SP heute wäre beinahe unsere letzte geworden. Am Ausgang der Kurve war ich etwas zu schnell und konnte das Auto gerade noch so auf der Straße halten. Drei, vier Zentimeter weiter links und wir waren in einen tiefen Graben gerutscht. Das wäre wohl nicht so schlimm geworden, aber mittendrin lag ein großer Felsblock. Und der hätte das Fahrgestell auseinander gerissen. Gott sei Dank: Der Reifen hat gehalten und nix ist passiert. Aber in meinem nächsten Leben möchte ich kein Reifen sein 😁.
Was mittlerweile kaputt ist, ist unser Tripmaster. Der zeigt sehr genau Entfernungen, Geschwindigkeit, Seehöhe, etc an. Ist zwar lästig beim Navigieren, aber wir kommen trotzdem durch.
In der dritten SP wollte ich dann doch mehr dem Alex zuhören (meine Frau sagt immer, zuhöhren ist eine große Schwäche von mir). Rechts 0, Links 0, Rechts 0, Links 0, Rechts 0 – und aus. Übersetzt heißt das: Leichte Rechtskurve sehr schnell, leichte Linkskurve sehr schnell, leichte Rechtskurve sehr schnell, leichte Linkskurve sehr schnell, enge Rechtskurve langsam – Fehler im Roadbook! Nach der dritten Kurve wollte ich ihm vertrauen, die vierte ging gut und bei der fünften sagte mein Instinkt: Da passt was nicht. So war es auch und ich werde also doch weiter auf Sicht und Instinkt fahren und die Anweisungen von Alex als Vorabinformation verarbeiten. Wobei: Der Alex macht einen super Job, nur das Roadbook passt oft nicht. Manchmal kann er mir über 10-15 Kurven nichts ansagen, weil es einfach nicht passt. Aber da kann er nichts dafür.

Wofür er was könnte: Überflüssige 4 km 😂😂😂. Bei einem kurzen Stop zum Helm ausziehen hat er seinen Gurt mit Pass, Geld, etc. aufs Dach gelegt. Jeder kann sich vorstellen, was passierte. Ein freundlicher Mexikaner hat ihn im Staub gefunden und schon auf uns gewartet. Wie überhaupt die Leute sehr freundlich, nett und hilfsbereit uns gegenüber sind. Ich kann von keinen negativen Erfahrungen erzählen. Anders ging es einem Team aus Bayern. Denen wurde während eines kurzen Tankstops des Begleitfahrzeugs der Wagen ausgeräumt. Keine Papiere mehr, Pass weg, Geld weg, richtig unangenehm.

Wieder zurück zu unserem Tagesablauf. Beim Servicepoint nach den ersten drei SP des Tages bin ich bei der Zeitkontrolle wieder von Fernando erwartet worden. Er reichte mir einen frisch gegrillten mexikanischen Burger ins Auto und rettete mir damit das Leben. Alex wollte wieder nichts, außer viel trinken. Anschließend ging es heute etwas gemütlicher mit 140 km/h weiter – ich wollte irgendwie nicht so recht. Bis es dann aber doch zu langweilig wurde und wir wieder Gas gegeben haben. Ich wollte auch einer Gruppe Studebakers folgen, aber diese Monster sind so schnell, wir hatten keine Chance.
Das Auto hält brav, nur die Steinschläge auf der Innenseite lassen den Lack auf der Außenseite aufplatzen. Aber das ist kein Thema für hier, da wird sich der Kölbl Karl drum kümmern müssen.

Dann einer der (vielen) Höhepunkte der Rallye: Die Zielankunft in Guanajuato durch viele Tunnels. Dieses Jahr hätte ich den Weg sogar alleine gefunden, denn ich konnte mich noch an letztes Mal erinnern. Wieder massenhaft Leute in den engen Straßen, eine tolle Stimmung. Und 50 Meter vor dem Zielbogen lässt sich das Getriebe nicht mehr schalten. Keine Panik, aber … Wir hoffen, dass sich lediglich das Schaltgestänge gelockert hat. Bis zum Ziel (40 Meter, 1,5 Stunden!) und dann zum Hotel/Servicepoint werden wir es aber wohl schaffen.
Heute habe ich den Trachtenanzug an und werde von sehr vielen Zuschauern, aber auch Fahrern darauf angesprochen. Alle sind begeistert 👍.

Zeitsprung! Wir sind am Servicepoint angelangt. Das Getriebe ist ok, eine Schraube am Schaltgestänge hat sich gelockert und alles blockiert. Immerhin sind wir in den ersten SP’s mehrere Male aufgesessen, da man entweder von einer Kurve in die nächste springt oder aber von Bodenwellen durchgeschüttelt wird.
Nachdem es heute auch kein offizielles Abendessen gibt, ist der Abend also gerettet.

Day 3, ein toller Tag

Heute morgen um 06.3o Tagwache. Robert und Gerhard konnten das Auto von Heinz reparieren und die Hinterachse neu anschweißen. Um 02.oo waren sie im Hotel und haben bis um 03.3o noch das Service an unserem Mustang gemacht. U.a. neue Hinterreifen (sie haben eh 1.500 km gehalten). Aber leider keine frische Wäsche ins Auto gelegt (die ist im Begleitfahrzeug), daher heute das gleiche, stinkende Gwand wie gestern (Gott sei Dank ist meine Frau nicht dabei und der Alex stinkt selber 😜). Jetzt habe ich den Rennanzug schon den vierten Tag an und hoffe, dass ich am Abend dann endlich einen frischen bereitlegen kann.

Aus Mexiko City raus im Dunkeln und nur einmal verfahren. Als wir endlich aus der Stadt draußen waren, kam dann dichter Bodennebel. Für eine Stunde war der max Speed 150, aber dann kam die Sonne (und die Wärme) und los gings.
Heute hat die Mastercard mal wieder funktioniert, aber nur einmal. Nachdem wir uns mittlerweile mit Bargeld versorgt haben, kommen wir aber wahrscheinlich bis zum Ende über die Runden.

Die Sonderprüfungen heute waren toll! Wir hatten zwar nicht wie gestern innen in einer Kehre freilaufende bzw. grasende Pferde, dafür aber ein paar Autos, die in verschiedenen Kurven rausgeflogen sind. Einen wilden Unfall hatten zwei junge Deutsche, die mit einem Opel Commodore unterwegs waren. Auf einer VE ist Ihnen anscheinend bei Tempo 120 etwas gebrochen und sie sind im fast rechten Winkel in ein Haus abgebogen. Gott sei Dank sind die Autos der Carrera aber sehr stabil gebaut und es gab nur einen gebrochenen Knochen (nebst Totalschaden).

Nach drei SP’s gab es einen Zwischenstop in Chapa de Mota. Ein kleiner Ort, aber volle Party! Und im Gegensatz zum ersten Mal keine Polizei! Wie überhaupt die Polizeipräsenz viel weniger ist als beim letzten Mal.
Anschließend ging es die gleichen SP’s wieder retour und dann über 80 km perfekte, leere Autobahn mit 200+ zum Servicepoint. Drei km vor den letzten drei Sonderprüfungen (die beiden letzten waren die tollsten bisher – mit Abstand) hatten wir einen schleichenden Plattfuß. Also vor dem Start raus aus dem Auto, linken Vorderreifen wechseln, alles wieder verstauen und mit fliegenden Fahnen zur Startlinie. Am Start schnell noch die Gurte anlegen und dann ab die Post.

Jetzt sitzen wir zu viert in einem Café und warten darauf, endlich ins Hotel zu fahren (momentan gibts eine Demo im Zentrum von Morelio, daher haben wir Zwangspause).

Heute Abend dann noch ein Essen (hab ich schon gesagt, das dass zu kurz kommt?) und dann ab ins Bett. Und natürlich eine DUSCHE!!!
Die Mechaniker sind auch schon in der Stadt und die Abfahrt morgen ist erst um 09.oo, also ist die Welt wieder in Ordnung.

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Jetzt war das Internet langsamer als ich! Bin im Hotel, das schönste, welches ich bisher in Mexiko gesehen habe in einem alten mexikanischen Stil mit Innenhof. Habe ein großes Steak bestellt und werde anschließend tief und fest schlafen.

Mahlzeit und gute Nacht!

Day 2, von dunkel bis dunkel

Tagwache 5.3o, Abfahrt 6.oo, Ankunft 20.3o.

Ungefähr eine Stunde Fahrzeit bis zum Start, aber es blieb noch genug Zeit für eine frische Eierspeise auf der Straße um umgerechnet 50 Cent vor der ersten SP.
In der ersten SP hätte ich noch keinen Rhythmus, aber die restlichen sieben waren (bis auf eine) dann wirklich gut. Bei drei SP’s müsste man dem Roadbook schon sehr vertrauen und/oder das Hirn ausschalten. Das habe ich nicht gemacht, denn wir wären weit geflogen. Vor allem, weil die Streckenlängen aufgrund von kurzfristigen Baustellen geändert wurden und Alex mir teilweise keine Ansagen machen konnte. Also reine Sichtfahrt.
Insgesamt sind wir wieder im vorderen Drittel und wenn man die modernen Autos wegrechnet irgendwo im Top 20 Gesamtklassement.

Nach den 8 Sonderprüfungen hatten wir dann eine Pause in Tehuacan, einer mittelgroßen Stadt, in welcher wir von hunderten begeisterten Einheimischen empfangen wurden. Auch hier wieder: Straßen gesperrt für uns, mit einem Mini haben wir uns dann auch zum Gaudium der Zuschauer ein Beschleunigungsrennen geliefert. Gehen ganz schön gut, diese gedopten Minis.
Für Tehuacan ist die Carrera eines DER Top-Ereignisse des ganzen Jahres. Ein kleines Video sollte schon auf Facebook veröffentlicht sein.
Danach gab es wieder eine sehr lange Verbindungsetappe mit rund 300 km Richtung Mexiko City. Das die wieder sehr schnell war, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Aufgrund eines Tankstops mussten wir Rauno ziehen lassen. Er hat uns gezeigt, wie man mit 70+ noch immer sicher mit 200 über die Landstraßen fegt. Der Tankstop war dann wie die anderen: Die vets… MasterCard hat nicht funktioniert und wir waren also (bis vor 15 min.) wieder pleite. Wenn es morgen wieder passiert, zerschneide ich sie!!!

Den ganzen Tag war es warm und sonnig – wir wissen nicht, ob wir von der Sonne gegrillt oder vom Motor gekocht wurden, aber auf jeden Fall sind wir heute gegart worden.

Die Einfahrt nach Mexiko City war ein Höllentrip. Die 38 Mio. Einwohnerstadt ist riesig, nur die Einfahrt zum Zentrum war rund 15 km. Die Polizei hat alle Straßen gesperrt und wir haben uns teilweise ein aberwitziges Rennen im Pulk mit bis zu vier Autos nebeneinander und permanenten Spurwechseln geliefert. Würde von einen356er abgedrängt und habe fasteten Tunnelwand geküsst. Der Vordermann, ein cooler Hot Rod, ist zwei, drei Meter mit den linken Felgen am Bordstein entlang geschrubt. Alles auf Video festgehalten. Irgendwo haben wir auch einen Beinaheunfall eines Studebakers auf Video, der sich im Pulk vor uns um 220 Grad gedreht hat und einen irres Glück hatte: Keine anderen Teilnehmer abgeräumt, kein Einschlag.
Im Zentrum haben uns tausende Menschen erwartet. Volksfest pur. Wir sind durch eine Mauer von Menschen gefahren, die vor uns auf und hinter uns wieder zu ging. Bin beinahe in ein geparktes Auto gefahren, ich konnte es vor lauter Personen nicht sehen. Unglaublich!
Nach einer Stunde dort, die mit Autogramm- und Photowünschen verbracht wurde, haben wir uns wieder aufgemacht Richtung Hotel (wieder 15 km, aber ohne Polizei). Dort angekommen haben wir es gerade noch in die Tiefgarage geschafft, bevor es heftig zu regnen begann. Glück gehabt!
Einmal duschen, einmal essen, einmal Blog schreiben und dann ab ins Bett.
Oder so: Denn Heinz hat die Carrera Panamericana (Straßenrennen) mit dem Red-Bull-Ring (Rundstrecke) verwechselt und sich offensichtlich mit den Strassenverhältnissen und der entsprechenden Geschwindigkeit nicht ausreichend auseinander gesetzt.
Mein aktueller Wissensstand: Hinterachse abgerissen, Reparatur in irgend einer Werkstatt irgendwo in Mexiko, massiv Überstunden für Robert und Gerhard. Und wir haben kein Gepäck, denn dass ist im Tourbus. Solange dies aber unser einziges Problem ist, ist alles gut!

Day 1, Erster Renntag

Noch am Abend haben wir unser Gepäck in den LKW gegeben und sind dann mit leichtestem Handgepäck in der Früh in totaler Dunkelheit um 06.oo gestartet. Was ich von diesen Startzeiten halte, habe ich ja bereits 2014 ausführlich erklärt.
Die Fensterdichtung, die ich gestern versehentlich beim aussteigen mit Helm und HANS komplett rausgerissen habe, war auch wieder repariert und somit konnte der Tag starten. Es waren die gleichen Sonderprüfungen wie gestern plus eine weitere, 30 km lange, welche in beide Richtungen befahren werden mussten. Wir glauben, das wir schon ganz gut unterwegs waren, aber die Ergebnisse gibt es erst nach dem Abendessen (sitze gerade in einem wirklich tollen, historischen Speisesaal eines alten Grand Hotel und habe HUNGER).
Um gleich beim Thema essen zu bleiben: Die erste und einzige Mahlzeit des Tages habe ich heute morgen um 09.3o von Nidia und Fernández (ein mexikanisches Paar, das für ein amerikanisches Team immer frisch aufkocht) bekommen. Wir kennen uns von 2014, sie haben mich damals schon immer mit bekocht. Sie haben schon auf der Tankstelle auf mich gewartet und mich quasi von der Zapfsäule weg zu einem Campingtisch verführt und mir eine frische Eierspeise mit Speck und Toast serviert. Die war sogar noch besser als das Essen gestern Alex wollte nichts, also bekam er auch nichts. Und seitdem habe ich es aus Zeitmangel auch nicht mehr geschafft, etwas zu essen. Diät pur!

Nach den Sonderprüfungen ging es dann ab Mittags auf eine sehr lange Verbindungsetappe nach Puebla. Über 300 km, welche wir sehr flott gefahren sind. Das schnellste heute war 227 km/h, aber 160-180 gingen allemal. Und das auf Straßen, die bei uns neu geteert werden müssten. Und Z und Zack quer über die Autobahnen – das anstehen beim Skilift ist harmloser. Aber ist nix passiert, wir haben nur einen Unfall gesehen und das war ein Abflug in einer Sonderprüfung. Aber auch dieses Thema (Verkehrsübertretungen) habe ich 2014 ausführlich beschrieben).

Gegen halb sechs sind wir dann in Puebla angekommen. 20 km vor der Stadt gab es einen Empfang in einer Polizeistationder Polizia Federal auf der Autobahn. Danach sind wir im Konvoi bis ins Stadtzentrum gefahren. Alle Straßen wurden für uns gesperrt, mehrere km sind wir in einer separaten Busspur an einer stehenden, dreispurigen Kolonne (Berufsverkehr) mit 120 km/h vorbeigerauscht, bis wir dann endlich unsere erste Tagesetappe abgeschlossen hatten.

Nach der Zielankunft gab es nur noch ein Problem zu lösen: Wir brauchten Bargeld! Die Kreditkarte, die ich extra für diese Tour bestellt habe, hat beim tanken genauso wenig funktioniert wie alle anderen. Mit dem Ergebnis, dass wir uns am Abend Geld für Benzin und Maut ausborgen mussten. Gott sei Dank haben wir dann doch noch einen Bankomaten gefunden, der unsere europäischen Karten akzeptierte und können also unsere Schulden begleichen, in Ruhe schlafen gehen und uns auf morgen freuen.

Das mache ich jetzt auch, aber erst nach dem Abendessen. In diesem Sinne: Mahlzeit!

Day 0, Prolog

Heute Morgen haben wir die Spenden für die Kinder, welche von dem Erdbeben betroffen sind, an den Veranstalter übergeben und sind anschließend im Konvoi zum Start des heutigen Prologs gefahren. Auf dem Weg dorthin war eine „Übungssonderprüfung“ mit einer langen Geraden zu fahren. Nachdem ich vergessen hatte, meine Sonnenbrille aufzusetzen, musste ich bei 200+ vom Gas, den der Wagen ist innendrin schon jetzt so staubig, dass mir der Dreck nur so in die Augen flog. Dabei fahren wir jetzt erst los und haben noch 4.000 km vor uns.
Der richtige Prolog hat dann auch richtig Spaß gemacht. Es waren nur 7 km, die aber sehr kurvig. Immer etwas Respekt und nicht ganz auf der letzten Rille (es ging ja nur um den morgigen Startplatz) haben wir Rang 35 (Rang 6 in der Kategorie) erreicht, genau eins hinter Rauno Aaltonen in einem modernen Mini Cooper. Davon fahren ungefähr 10 Stück mit, außerdem auch zwei moderne BMW M2. Insofern ist der Startplatz ok, außerdem sind wir der 3. in der inoffiziellen Mustang Wertung. Aber wie gesagt, es geht erst morgen los. Und speziell hier gilt: „To finish first, you first have to finish!“.
Nach dem Prolog hatten wir noch einen Stop in einem Weingut (wichtig für mich) und anschließend das Mittagessen (um 16.oo!) in einer tollen Hazienda. Dort habe ich zum ersten Mal seit vier Tagen wirklich gut gegessen und dementsprechend auch ordentlich zugeschlagen. Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt – 4 Stunden später – schon wieder Hunger habe.

03. Hacienda

02. Hacienda  01. Hacienda  04. Polizeischutz

Jetzt heißt: Uhr 20.28, wir stehen in Queretaro in der Stadt vor dem offiziellen Start in einer großen Schlange inmitten einer riesigen Menschenmenge und hoffen, dass wir innerhalb der nächsten zwei Stunden fertig sind, da es morgen früh dann wirklich früh los geht. Obwohl: Der Trubel hier, die Photo- und Autogrammwünsche sind schon beeindruckend.

Seitdem ich schreibe, haben wir uns doch schon um 8 Meter vor bewegt. Photos kann ich noch keine zuordnen, daher werde ich jetzt aufhören, die Atmosphäre aufnehmen und nach einer guten Dusche (die brauch ich dringend) und dem Zusammenpacken für morgen noch einmal den Laptop anschmeißen und alles zusammen online stellen.

05. Abendstart

Mittlerweile wieder im Hotel und mit dem Zeitplan für morgen (aufstehen um Uhr 05.3o) jetzt kein Text mehr, sondern nur ein paar Photos. Ein, zwei Videos werden wir (hoffentlic) auf Facebook laden können, den die Photos geben in keinster Weise die Stimmung des Abends wieder. Die Videos schon.

Gute Nacht bzw. guten Morgen!