Großer Fehler – keine Auswirkungen

Der heutige Morgen hat relativ entspannt begonnen, bis wir bemerkt haben, dass wir am Vorabend vor lauter Aufregung wegen dem Getriebe vergessen haben zu tanken. Es waren zwar nur drei kurze, aber sehr schnelle  SP zu fahren, aber bei einem Verbrauch von 50 Litern im Rennmodus und einem nur viertel vollen Tank habe ich doch ordentlich geschwitzt, ob wir auch wirklich durchfahren können.
Die SP waren toll, dieses Mal kaum Drifts, eher blockierende Räder beim runterschalten aber mit teilweise über 200 km/h wirklich schnell. Kurz nach der dritten Zielflagge kam dann eine Tankstelle und der Tag war gerettet. Auch kein Reifenproblem so wie gestern hat uns gestresst, denn vier Minuten vor Beginn einer Sonderprüfung schnell abschnallen, Reifen unter dem Gepäck aus dem Kofferraum holen, wechseln, alles wieder sicher (!) verstauen, angurten mit Helm und HANS, Fensternetz montieren und dann konzentriert starten ist nicht so ganz ohne. Vor allem bei sengender Sonne, Rennmontur inkl Helm am Kopf und dem Zeitdruck. Aber Zeitdruck ist hier nicht so ganz ungewöhnlich und wenn ich ehrlich bin, haben die beiden Mechaniker viel mehr Druck durch die Uhr. Und auch das muss gesagt werden: Sie machen einen SUPER Job!!!

Auf der anschließenden VE hat mich dann zum bisher ersten Mal die Polizei ermahnt, langsamer zu fahren. Wir haben uns auf der Autobahn rechts und links durch den Verkehr und Baustellen gekämpft und (manchmal) wechselnde Polizeiautos dabei gehabt. Einen habe ich dann direkt nach einer Baustelle überholt. Bei 195 km/h hat er dann zurück überholt, gehupt, böse geschaut und mir per Handzeichen zu verstehen gegeben, es doch etwas langsamer anzugehen. Nur um dann selber am Horizont zu verschwinden.

Heute habe ich auch mal wieder einen Bumper übersehen, aber der war Gott sei Dank harmlos und hat uns die 130 nicht übel genommen.

Der Nachmittag begann mit einem köstlichen Spieß von unseren mexikanischen Freunden (mein Bauch wird leider doch nicht kleiner) und brachte dann nochmals vier lange (15-20 km) und sehr schnelle (200+) SP’s. Die abendliche
Einfahrt ins Stadtzentrum erfolgte wieder im Konvoi mit gesperrten Straßen und einem Empfang am Hauptplatz. Ich hatte viele Photowünsche aufgrund des Trachtenanzugs zu erfüllen, auch für die Polizei. Dafür dürfte ich mir so einen Polizei-Dodge von innen anschauen und ein kleines Souvenir mitnehmen.

Nach einer Stunde im Zentrum sind wir dann noch zum Servicepoint gefahren. Dort warteten bereits einige VW und US-Car Besitzer mit Ihren Autos auf uns. Ich wurde auf eine kurze Probefahrt in einem alten Dodge Challenger eingeladen. Der Besitzer ist vor Stolz fast geplatzt, dass ein „echter“ Rennfahrer in Rennoverall mit seinem Auto fährt. War eine lustige Abwechslung, ebenso wie die Fahrt mit einem Taxi zum Hotel. So leise, so komfortabel, ganz ungewohnt.
Jetzt sitzen wir bei der täglichen Fahrerbesprechung, -abendessen und Siegerehrung. Wir glauben, dass wir uns heute sicher auf den dritten, wenn nicht sogar zweiten Platz in unserer Gruppe vorgearbeitet haben. Mal schauen, wie es wirklich ist.

Morgen ist mal wieder im 05.3o Tagwache, wir haben noch einmal zwei sehr lange Tage mit je 600 km vor uns. Auch hier

Day 1, Teil 3

17. Day 1 41

Jetzt ist es 23.oo und wir haben die „Fahrerbesprechung“ etwas vorzeitig verlassen, denn nachdem wir heute rund 12 Stunden mit drei kurzen Unterbrechungen im Auto gesessen sind, starten wir auch morgen wieder mit Tagwache um 05.3o (keinen Kommentar mehr dazu) und den nächsten 12 Stunden von Oaxaca nach Mexico City.

Eigentlich war es ein sehr schöner Tag, denn diese Art von Autofahren ist bei uns undenkbar (evtl. noch bei der Mille Miglia) und macht richtig Spaß. Die Begeisterung der Menschen ist überall spürbar. In Summe haben wir uns recht tapfer geschlagen; auf der ersten Speedwertung 20te, nach dem ersten Tag 25te im Gesamtklassement.

Leider ist da diese Sache mit dem Speedbumper passiert. Wir waren bereits 50 km im Schnürlregen unterwegs und hatten gerade unseren zweiten und letzten Servicecheck hinter uns gebracht. Die Bumper habe ich gesehen; es waren vier oder fünf kleine, welche wir mit dem Mustang flott nehmen konnten. Aber der letzte in dieser Reihe war (zum ersten Mal) dann doch ein großer, welchen wir volley genommen haben. Dabei habe ich bei beiden Hinterrädern den Nippel der Bremsanlage verbogen bzw. zerstört und dadurch die Bremsflüssigkeit verloren. Gott sei Dank ist nicht mehr passiert, wir konnten umdrehen und die 200 Meter zum Servicecheck retour fahren (daß ich nicht der einzige war, der mit diesem Bumper ein Problem hat, hilft nicht wirklich) Aber: Nachdem es regnete; nachdem der Platz auf einer Tankstelle samt angrenzendem Freigelände untergebracht war (teilweise Schlammschlacht), sind Robert und Gerhard quasi gleichzeitig mit uns losgefahren – aber in eine andere Richtung. Und obwohl der mittlerweile reichste Mann der Welt aus Mexiko stammt und sein Vermögen u.a. mit Telekommunikation gemacht hat (und auch bei A1 investiert hat), funktioniert jegliche Form der Telekommunikation in Mexiko, vorsichtig ausgedrückt, bescheiden! Dankenswerterweise hat das tschechische Team sich bereit erklärt, die Bremsen zu überprüfen und – nachdem sie die richtigen Teile dabei hatten – auch wieder instand zu setzen.

So konnten wir also dem Tross nachfahren und kurz vor Oaxaca auch wieder einholen. Glück im Unglück: Die beiden letzten Speedsektions wurden aufgrund des Regens gecancelt, so daß wir nicht zu viele Strafpunkte aufaddiert bekamen.

Ansonsten ist eine ordentliche Planung das halbe Leben: Ich habe vergessen, einen Platz für den Photoapparat im Auto zu definieren. Folge: Er ist (fast) kaputt. Wir haben einmal übersehen, rechtzeitig zu tanken. Folge: Mörder Stress, um in letzter Sekunde an die Startlinie zu kommen und nur drei von vier Gurten angelegt, keine Handschuhe und ein lockeres Sicherheitsnetz im Fenster. Außerdem beim hektischen tanken den Kofferraumdeckel beschädigt/verstellt; wir konnten ihn nicht mehr schließen. Folge: Auspuffabgase im Auto, tränende Augen, Zeitverlust.

Mittlerweile aber wieder frisch geduscht, etwas Ordentliches gegessen und schon ist die Stimmung wieder besser. Auch die Bekleidung wird wieder trocken (nicht der Rennanzug, alles andere, denn die Tasche mit den Klamotten wurde im Auto leider auch nass). Jetzt freuen wir uns auf den morgigen Tag und hoffen, daß das Wetter entgegen der Vorschau besser wird, denn Regen ist (angeblich) bei der Carrera eher die Ausnahme.

Aber noch mehr freue ich mich aufs Bett. Daher mal wieder: Gute Nacht!

17. Day 1 35

17. Day 1 37

17. Day 1 39

17. Day 1 42

17. Day 1 43

 

Day 4, Mil Cumbres und Guanajuato

Heute habe ich lang und gut geschlafen und frische Wäsche anziehen können – ein guter Start in den Morgen 👍(und geistig bin ich auch wieder frisch).

Mexiko hat sich gegenüber 2014 weiterentwickelt. Es ist viel weniger Polizei auf den Straßen und die Telekommunikation ist auch deutlich besser geworden. Wenn ich an die erste Tour zurück denke – Horror. Heute funktioniert das anders und ich hoffe, dass die Bilder und Videos auf unserer Facebook Seite helfen, den Spirit der Carrera zu vermitteln.
Vom Ergebnis her liegen wir hinter unseren Erwartungen. Man (ich) könnte um einiges schneller fahren, wenn man – wie viele der Teilnehmer – vorher trainiert und sich eigene Aufzeichnungen für das Roadbook macht. Aber wir sind für das Erlebnis hier, für den Spaß, und den lassen wir uns nicht nehmen, nur weil wir vierter, fünfter oder sechster sind.
Vor allem aber: Der Heinz hatte einen Hochgeschwindigkeitsdreher um 480 Grad (nix passiert), habe einen Mini Totalschaden im Wald gesehen (Video davon gibts irgendwo auf youtube), einen zweiten Porsche Totalschaden, einen Mazda, der 20 Meter oberhalb der Straße am Berg pickte, der Notarzt-Hubschrauber, der einen Teilnehmer nach México City fliegen musste, und, und, und. Ich kann und will mein Hirn nicht ganz ausschalten, will Spaß haben, schnell fahren, aber vor allem gesund wieder heim kommen.
Denn trotz allem ist dies hier kein Kindergeburtstag. Wir fahren schon wirklich flott durch die Landschaft und auf teilweise schlechten Straßen. Es ist unglaublich, was das Material aushält, z.B. die Reifen. Es sind ja nur wenige Quadratzentimeter, die den Kontakt zur Straße halten und 1.500 kg (+/-) steuern. Und von tiefen Gräben abhalten: Die erste oder zweite SP heute wäre beinahe unsere letzte geworden. Am Ausgang der Kurve war ich etwas zu schnell und konnte das Auto gerade noch so auf der Straße halten. Drei, vier Zentimeter weiter links und wir waren in einen tiefen Graben gerutscht. Das wäre wohl nicht so schlimm geworden, aber mittendrin lag ein großer Felsblock. Und der hätte das Fahrgestell auseinander gerissen. Gott sei Dank: Der Reifen hat gehalten und nix ist passiert. Aber in meinem nächsten Leben möchte ich kein Reifen sein 😁.
Was mittlerweile kaputt ist, ist unser Tripmaster. Der zeigt sehr genau Entfernungen, Geschwindigkeit, Seehöhe, etc an. Ist zwar lästig beim Navigieren, aber wir kommen trotzdem durch.
In der dritten SP wollte ich dann doch mehr dem Alex zuhören (meine Frau sagt immer, zuhöhren ist eine große Schwäche von mir). Rechts 0, Links 0, Rechts 0, Links 0, Rechts 0 – und aus. Übersetzt heißt das: Leichte Rechtskurve sehr schnell, leichte Linkskurve sehr schnell, leichte Rechtskurve sehr schnell, leichte Linkskurve sehr schnell, enge Rechtskurve langsam – Fehler im Roadbook! Nach der dritten Kurve wollte ich ihm vertrauen, die vierte ging gut und bei der fünften sagte mein Instinkt: Da passt was nicht. So war es auch und ich werde also doch weiter auf Sicht und Instinkt fahren und die Anweisungen von Alex als Vorabinformation verarbeiten. Wobei: Der Alex macht einen super Job, nur das Roadbook passt oft nicht. Manchmal kann er mir über 10-15 Kurven nichts ansagen, weil es einfach nicht passt. Aber da kann er nichts dafür.

Wofür er was könnte: Überflüssige 4 km 😂😂😂. Bei einem kurzen Stop zum Helm ausziehen hat er seinen Gurt mit Pass, Geld, etc. aufs Dach gelegt. Jeder kann sich vorstellen, was passierte. Ein freundlicher Mexikaner hat ihn im Staub gefunden und schon auf uns gewartet. Wie überhaupt die Leute sehr freundlich, nett und hilfsbereit uns gegenüber sind. Ich kann von keinen negativen Erfahrungen erzählen. Anders ging es einem Team aus Bayern. Denen wurde während eines kurzen Tankstops des Begleitfahrzeugs der Wagen ausgeräumt. Keine Papiere mehr, Pass weg, Geld weg, richtig unangenehm.

Wieder zurück zu unserem Tagesablauf. Beim Servicepoint nach den ersten drei SP des Tages bin ich bei der Zeitkontrolle wieder von Fernando erwartet worden. Er reichte mir einen frisch gegrillten mexikanischen Burger ins Auto und rettete mir damit das Leben. Alex wollte wieder nichts, außer viel trinken. Anschließend ging es heute etwas gemütlicher mit 140 km/h weiter – ich wollte irgendwie nicht so recht. Bis es dann aber doch zu langweilig wurde und wir wieder Gas gegeben haben. Ich wollte auch einer Gruppe Studebakers folgen, aber diese Monster sind so schnell, wir hatten keine Chance.
Das Auto hält brav, nur die Steinschläge auf der Innenseite lassen den Lack auf der Außenseite aufplatzen. Aber das ist kein Thema für hier, da wird sich der Kölbl Karl drum kümmern müssen.

Dann einer der (vielen) Höhepunkte der Rallye: Die Zielankunft in Guanajuato durch viele Tunnels. Dieses Jahr hätte ich den Weg sogar alleine gefunden, denn ich konnte mich noch an letztes Mal erinnern. Wieder massenhaft Leute in den engen Straßen, eine tolle Stimmung. Und 50 Meter vor dem Zielbogen lässt sich das Getriebe nicht mehr schalten. Keine Panik, aber … Wir hoffen, dass sich lediglich das Schaltgestänge gelockert hat. Bis zum Ziel (40 Meter, 1,5 Stunden!) und dann zum Hotel/Servicepoint werden wir es aber wohl schaffen.
Heute habe ich den Trachtenanzug an und werde von sehr vielen Zuschauern, aber auch Fahrern darauf angesprochen. Alle sind begeistert 👍.

Zeitsprung! Wir sind am Servicepoint angelangt. Das Getriebe ist ok, eine Schraube am Schaltgestänge hat sich gelockert und alles blockiert. Immerhin sind wir in den ersten SP’s mehrere Male aufgesessen, da man entweder von einer Kurve in die nächste springt oder aber von Bodenwellen durchgeschüttelt wird.
Nachdem es heute auch kein offizielles Abendessen gibt, ist der Abend also gerettet.

Day 3, ein toller Tag

Heute morgen um 06.3o Tagwache. Robert und Gerhard konnten das Auto von Heinz reparieren und die Hinterachse neu anschweißen. Um 02.oo waren sie im Hotel und haben bis um 03.3o noch das Service an unserem Mustang gemacht. U.a. neue Hinterreifen (sie haben eh 1.500 km gehalten). Aber leider keine frische Wäsche ins Auto gelegt (die ist im Begleitfahrzeug), daher heute das gleiche, stinkende Gwand wie gestern (Gott sei Dank ist meine Frau nicht dabei und der Alex stinkt selber 😜). Jetzt habe ich den Rennanzug schon den vierten Tag an und hoffe, dass ich am Abend dann endlich einen frischen bereitlegen kann.

Aus Mexiko City raus im Dunkeln und nur einmal verfahren. Als wir endlich aus der Stadt draußen waren, kam dann dichter Bodennebel. Für eine Stunde war der max Speed 150, aber dann kam die Sonne (und die Wärme) und los gings.
Heute hat die Mastercard mal wieder funktioniert, aber nur einmal. Nachdem wir uns mittlerweile mit Bargeld versorgt haben, kommen wir aber wahrscheinlich bis zum Ende über die Runden.

Die Sonderprüfungen heute waren toll! Wir hatten zwar nicht wie gestern innen in einer Kehre freilaufende bzw. grasende Pferde, dafür aber ein paar Autos, die in verschiedenen Kurven rausgeflogen sind. Einen wilden Unfall hatten zwei junge Deutsche, die mit einem Opel Commodore unterwegs waren. Auf einer VE ist Ihnen anscheinend bei Tempo 120 etwas gebrochen und sie sind im fast rechten Winkel in ein Haus abgebogen. Gott sei Dank sind die Autos der Carrera aber sehr stabil gebaut und es gab nur einen gebrochenen Knochen (nebst Totalschaden).

Nach drei SP’s gab es einen Zwischenstop in Chapa de Mota. Ein kleiner Ort, aber volle Party! Und im Gegensatz zum ersten Mal keine Polizei! Wie überhaupt die Polizeipräsenz viel weniger ist als beim letzten Mal.
Anschließend ging es die gleichen SP’s wieder retour und dann über 80 km perfekte, leere Autobahn mit 200+ zum Servicepoint. Drei km vor den letzten drei Sonderprüfungen (die beiden letzten waren die tollsten bisher – mit Abstand) hatten wir einen schleichenden Plattfuß. Also vor dem Start raus aus dem Auto, linken Vorderreifen wechseln, alles wieder verstauen und mit fliegenden Fahnen zur Startlinie. Am Start schnell noch die Gurte anlegen und dann ab die Post.

Jetzt sitzen wir zu viert in einem Café und warten darauf, endlich ins Hotel zu fahren (momentan gibts eine Demo im Zentrum von Morelio, daher haben wir Zwangspause).

Heute Abend dann noch ein Essen (hab ich schon gesagt, das dass zu kurz kommt?) und dann ab ins Bett. Und natürlich eine DUSCHE!!!
Die Mechaniker sind auch schon in der Stadt und die Abfahrt morgen ist erst um 09.oo, also ist die Welt wieder in Ordnung.

– – – – – – –

Jetzt war das Internet langsamer als ich! Bin im Hotel, das schönste, welches ich bisher in Mexiko gesehen habe in einem alten mexikanischen Stil mit Innenhof. Habe ein großes Steak bestellt und werde anschließend tief und fest schlafen.

Mahlzeit und gute Nacht!

Day 2, von dunkel bis dunkel

Tagwache 5.3o, Abfahrt 6.oo, Ankunft 20.3o.

Ungefähr eine Stunde Fahrzeit bis zum Start, aber es blieb noch genug Zeit für eine frische Eierspeise auf der Straße um umgerechnet 50 Cent vor der ersten SP.
In der ersten SP hätte ich noch keinen Rhythmus, aber die restlichen sieben waren (bis auf eine) dann wirklich gut. Bei drei SP’s müsste man dem Roadbook schon sehr vertrauen und/oder das Hirn ausschalten. Das habe ich nicht gemacht, denn wir wären weit geflogen. Vor allem, weil die Streckenlängen aufgrund von kurzfristigen Baustellen geändert wurden und Alex mir teilweise keine Ansagen machen konnte. Also reine Sichtfahrt.
Insgesamt sind wir wieder im vorderen Drittel und wenn man die modernen Autos wegrechnet irgendwo im Top 20 Gesamtklassement.

Nach den 8 Sonderprüfungen hatten wir dann eine Pause in Tehuacan, einer mittelgroßen Stadt, in welcher wir von hunderten begeisterten Einheimischen empfangen wurden. Auch hier wieder: Straßen gesperrt für uns, mit einem Mini haben wir uns dann auch zum Gaudium der Zuschauer ein Beschleunigungsrennen geliefert. Gehen ganz schön gut, diese gedopten Minis.
Für Tehuacan ist die Carrera eines DER Top-Ereignisse des ganzen Jahres. Ein kleines Video sollte schon auf Facebook veröffentlicht sein.
Danach gab es wieder eine sehr lange Verbindungsetappe mit rund 300 km Richtung Mexiko City. Das die wieder sehr schnell war, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Aufgrund eines Tankstops mussten wir Rauno ziehen lassen. Er hat uns gezeigt, wie man mit 70+ noch immer sicher mit 200 über die Landstraßen fegt. Der Tankstop war dann wie die anderen: Die vets… MasterCard hat nicht funktioniert und wir waren also (bis vor 15 min.) wieder pleite. Wenn es morgen wieder passiert, zerschneide ich sie!!!

Den ganzen Tag war es warm und sonnig – wir wissen nicht, ob wir von der Sonne gegrillt oder vom Motor gekocht wurden, aber auf jeden Fall sind wir heute gegart worden.

Die Einfahrt nach Mexiko City war ein Höllentrip. Die 38 Mio. Einwohnerstadt ist riesig, nur die Einfahrt zum Zentrum war rund 15 km. Die Polizei hat alle Straßen gesperrt und wir haben uns teilweise ein aberwitziges Rennen im Pulk mit bis zu vier Autos nebeneinander und permanenten Spurwechseln geliefert. Würde von einen356er abgedrängt und habe fasteten Tunnelwand geküsst. Der Vordermann, ein cooler Hot Rod, ist zwei, drei Meter mit den linken Felgen am Bordstein entlang geschrubt. Alles auf Video festgehalten. Irgendwo haben wir auch einen Beinaheunfall eines Studebakers auf Video, der sich im Pulk vor uns um 220 Grad gedreht hat und einen irres Glück hatte: Keine anderen Teilnehmer abgeräumt, kein Einschlag.
Im Zentrum haben uns tausende Menschen erwartet. Volksfest pur. Wir sind durch eine Mauer von Menschen gefahren, die vor uns auf und hinter uns wieder zu ging. Bin beinahe in ein geparktes Auto gefahren, ich konnte es vor lauter Personen nicht sehen. Unglaublich!
Nach einer Stunde dort, die mit Autogramm- und Photowünschen verbracht wurde, haben wir uns wieder aufgemacht Richtung Hotel (wieder 15 km, aber ohne Polizei). Dort angekommen haben wir es gerade noch in die Tiefgarage geschafft, bevor es heftig zu regnen begann. Glück gehabt!
Einmal duschen, einmal essen, einmal Blog schreiben und dann ab ins Bett.
Oder so: Denn Heinz hat die Carrera Panamericana (Straßenrennen) mit dem Red-Bull-Ring (Rundstrecke) verwechselt und sich offensichtlich mit den Strassenverhältnissen und der entsprechenden Geschwindigkeit nicht ausreichend auseinander gesetzt.
Mein aktueller Wissensstand: Hinterachse abgerissen, Reparatur in irgend einer Werkstatt irgendwo in Mexiko, massiv Überstunden für Robert und Gerhard. Und wir haben kein Gepäck, denn dass ist im Tourbus. Solange dies aber unser einziges Problem ist, ist alles gut!

Durcheinander

irgendwie sind die beiden Tagebücher durcheinander gekommen. Sorry, weiß nicht, wie das passiert ist. Bitte aktiv die richtige Reihenfolge anklicken!

Day 1, Erster Renntag

Noch am Abend haben wir unser Gepäck in den LKW gegeben und sind dann mit leichtestem Handgepäck in der Früh in totaler Dunkelheit um 06.oo gestartet. Was ich von diesen Startzeiten halte, habe ich ja bereits 2014 ausführlich erklärt.
Die Fensterdichtung, die ich gestern versehentlich beim aussteigen mit Helm und HANS komplett rausgerissen habe, war auch wieder repariert und somit konnte der Tag starten. Es waren die gleichen Sonderprüfungen wie gestern plus eine weitere, 30 km lange, welche in beide Richtungen befahren werden mussten. Wir glauben, das wir schon ganz gut unterwegs waren, aber die Ergebnisse gibt es erst nach dem Abendessen (sitze gerade in einem wirklich tollen, historischen Speisesaal eines alten Grand Hotel und habe HUNGER).
Um gleich beim Thema essen zu bleiben: Die erste und einzige Mahlzeit des Tages habe ich heute morgen um 09.3o von Nidia und Fernández (ein mexikanisches Paar, das für ein amerikanisches Team immer frisch aufkocht) bekommen. Wir kennen uns von 2014, sie haben mich damals schon immer mit bekocht. Sie haben schon auf der Tankstelle auf mich gewartet und mich quasi von der Zapfsäule weg zu einem Campingtisch verführt und mir eine frische Eierspeise mit Speck und Toast serviert. Die war sogar noch besser als das Essen gestern Alex wollte nichts, also bekam er auch nichts. Und seitdem habe ich es aus Zeitmangel auch nicht mehr geschafft, etwas zu essen. Diät pur!

Nach den Sonderprüfungen ging es dann ab Mittags auf eine sehr lange Verbindungsetappe nach Puebla. Über 300 km, welche wir sehr flott gefahren sind. Das schnellste heute war 227 km/h, aber 160-180 gingen allemal. Und das auf Straßen, die bei uns neu geteert werden müssten. Und Z und Zack quer über die Autobahnen – das anstehen beim Skilift ist harmloser. Aber ist nix passiert, wir haben nur einen Unfall gesehen und das war ein Abflug in einer Sonderprüfung. Aber auch dieses Thema (Verkehrsübertretungen) habe ich 2014 ausführlich beschrieben).

Gegen halb sechs sind wir dann in Puebla angekommen. 20 km vor der Stadt gab es einen Empfang in einer Polizeistationder Polizia Federal auf der Autobahn. Danach sind wir im Konvoi bis ins Stadtzentrum gefahren. Alle Straßen wurden für uns gesperrt, mehrere km sind wir in einer separaten Busspur an einer stehenden, dreispurigen Kolonne (Berufsverkehr) mit 120 km/h vorbeigerauscht, bis wir dann endlich unsere erste Tagesetappe abgeschlossen hatten.

Nach der Zielankunft gab es nur noch ein Problem zu lösen: Wir brauchten Bargeld! Die Kreditkarte, die ich extra für diese Tour bestellt habe, hat beim tanken genauso wenig funktioniert wie alle anderen. Mit dem Ergebnis, dass wir uns am Abend Geld für Benzin und Maut ausborgen mussten. Gott sei Dank haben wir dann doch noch einen Bankomaten gefunden, der unsere europäischen Karten akzeptierte und können also unsere Schulden begleichen, in Ruhe schlafen gehen und uns auf morgen freuen.

Das mache ich jetzt auch, aber erst nach dem Abendessen. In diesem Sinne: Mahlzeit!

Day -3, Teil 1

01. Anreise 16

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten bin ich seit Uhr 06.oo wach und habe sogar ein leckeres Frühstück genossen. Die Sandwiches waren schon vorbereitet, geviertelt und mundgerecht hergerichtet. Gerade richtig für mich :) Um 07.3o wäre der Rest vom Team am Flughafen abzuholen gewesen, aber leider haben sie den Anschlussflug nach Veracruz nicht geschafft. Sie kommen nun um Uhr 14.oo, wahrscheinlicher nicht sehr glücklich hier an.

Die freie Zeit haben Manfred und ich genutzt, um den am Donnerstag stattfindenden Prolog einmal abzufahren. 50 km bis zum Start, dann 5 km volles Rohr auf abgesperrter Straße und 50 km wieder retour nach Veracruz. Und genau beim Testfahren auf der (noch nicht) gesperrten Straße haben wir die komplette untere Front unseres Mietwagens verloren.

Ein freundlicher Reifenhändler hat im Tausch gegen einige Pesos diese noch irgendwie am Auto hängenden Teile abmontiert; nun liegen sie im Kofferraum. Zum fertig trainieren war dann aber keine Zeit mehr, denn mittags sollten wir beim Zoll sein. Das hat sich dann auch verzögert, so dass das Alternativprogramm her musste: Badehose kaufen und bei 30 Grad Luft und 29 Grad Wassertemperatur ins Meer springen. Bisher ist es mehr Urlaub als Rennen, aber das wird sich ab Mittag hoffentlich ändern.

Day 0, Prolog

Heute Morgen haben wir die Spenden für die Kinder, welche von dem Erdbeben betroffen sind, an den Veranstalter übergeben und sind anschließend im Konvoi zum Start des heutigen Prologs gefahren. Auf dem Weg dorthin war eine „Übungssonderprüfung“ mit einer langen Geraden zu fahren. Nachdem ich vergessen hatte, meine Sonnenbrille aufzusetzen, musste ich bei 200+ vom Gas, den der Wagen ist innendrin schon jetzt so staubig, dass mir der Dreck nur so in die Augen flog. Dabei fahren wir jetzt erst los und haben noch 4.000 km vor uns.
Der richtige Prolog hat dann auch richtig Spaß gemacht. Es waren nur 7 km, die aber sehr kurvig. Immer etwas Respekt und nicht ganz auf der letzten Rille (es ging ja nur um den morgigen Startplatz) haben wir Rang 35 (Rang 6 in der Kategorie) erreicht, genau eins hinter Rauno Aaltonen in einem modernen Mini Cooper. Davon fahren ungefähr 10 Stück mit, außerdem auch zwei moderne BMW M2. Insofern ist der Startplatz ok, außerdem sind wir der 3. in der inoffiziellen Mustang Wertung. Aber wie gesagt, es geht erst morgen los. Und speziell hier gilt: „To finish first, you first have to finish!“.
Nach dem Prolog hatten wir noch einen Stop in einem Weingut (wichtig für mich) und anschließend das Mittagessen (um 16.oo!) in einer tollen Hazienda. Dort habe ich zum ersten Mal seit vier Tagen wirklich gut gegessen und dementsprechend auch ordentlich zugeschlagen. Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt – 4 Stunden später – schon wieder Hunger habe.

03. Hacienda

02. Hacienda  01. Hacienda  04. Polizeischutz

Jetzt heißt: Uhr 20.28, wir stehen in Queretaro in der Stadt vor dem offiziellen Start in einer großen Schlange inmitten einer riesigen Menschenmenge und hoffen, dass wir innerhalb der nächsten zwei Stunden fertig sind, da es morgen früh dann wirklich früh los geht. Obwohl: Der Trubel hier, die Photo- und Autogrammwünsche sind schon beeindruckend.

Seitdem ich schreibe, haben wir uns doch schon um 8 Meter vor bewegt. Photos kann ich noch keine zuordnen, daher werde ich jetzt aufhören, die Atmosphäre aufnehmen und nach einer guten Dusche (die brauch ich dringend) und dem Zusammenpacken für morgen noch einmal den Laptop anschmeißen und alles zusammen online stellen.

05. Abendstart

Mittlerweile wieder im Hotel und mit dem Zeitplan für morgen (aufstehen um Uhr 05.3o) jetzt kein Text mehr, sondern nur ein paar Photos. Ein, zwei Videos werden wir (hoffentlic) auf Facebook laden können, den die Photos geben in keinster Weise die Stimmung des Abends wieder. Die Videos schon.

Gute Nacht bzw. guten Morgen!

Day -1, Testfahrten

Heinz ist in der Früh wieder nach Mexico City gefahren, um sein Gepäck zu holen. Wir haben indessen unseren Mietwagen zurückgestellt und einen Bankomaten gesucht (und gefunden). Das nächste Mal werden wir uns eine Bank als Sponsor suchen, dann ersparen wir uns hoffentlich die Thematik mit dem Bargeld :). Schlussendlich haben wir aber heute die Abnahme beenden können und unser Mustang hat den „OK“-Sticker bekommen.

Der wichtigste Part des heutigen Tages war aber  – neben der 2-stündigen Besprechungen für die Beifahrer und der 1-stündigen für die Piloten –  eine ausgiebige Testfahrt auf der morgigen Strecke des Prologs. Die Qualität der Fahrerbesprechungen habe ich schon vor drei Jahren massiv kritisiert. Alex  – der TOP organisiert und vorbereitet ist (an dieser Stelle ein GROSSES Lob an ihn –  hat dies auch gelesen, sich aber nicht vorstellen können, daß es wirklich so schlecht ist :(

02. Alex konzentriert

 

Zurück zur Testfahrt: Der Mustang hat subjektiv weniger Leistung, aber wir sind auf 2.000 m Seehöhe und haben schlechteren Sprit als in Österreich. Richtig testen konnten wir leider nicht, da es heute zur Abwechslung mal regnete und die Straße nass und rutschig war (auch hier kommen Erinnerungen an 2014 hoch). Aber um wieder vertraut mit dem Wagen zu werden, haben die 177 km völlig ausgereicht. Leider ist (ein bereits bekanntes und als behoben gedachtes) Problem aufgetaucht: In langsamen Kurven springt der erste Gang raus, wenn man nicht ordentlich auf dem Gaspedal bleibt. Das mit dem „ordentlich“ und dem „Gaspedal“ ist schon in Ordnung, aber man kann nicht alles mit Vollgas fahren – es gibt auch Kurven.

01. Regen

 

Ein zweites Problem: Für unsere Onboard-Videoanlage haben wir die falschen Speicherchips mit. Sie sind zwar von der Kapazität groß genug, aber wir haben nur die ganz kleinen mit Adapter mit – und die erkennt das System nicht. Also werden wir (die Mechaniker?) morgen nochmal in die Stadt fahren und Chips kaufen.

 

Ansonsten haben sich die Hallen heute gut gefüllt und ich habe einige alte Bekannte getroffen. Nachdem Heinz nach einer Odysee endlich mit vollständigem Gepäck aufgetaucht ist, konnten wir nun den Geist der Carrera wirklich aufnehmen – Chaos! Die technische Administration sollte um Uhr 14.3o beendet sein; um Uhr 21.oo sind noch immer Autos angestanden. Überhaupt ist die Organisation sagen wir mal „verbesserungsfähig, mit viel Luft nach oben“. Aber irgendwie scheint es zur Carrera dazuzugehören.

03. Halle   04. Halle

 

Das Abendessen ist für Heinz und mich aufgrund der späten Fahrerbesprechung heute wieder ins Wasser gefallen. Das Team hat köstliche Steaks in der Altstadt vernichtet; wir beide eine fade Portion Pasta. Aber: Die Gürtelschnalle ist bereits um ein Loch enger geworden aufgrund des unregelmäßigen, vor allem aber seltenen Essen (Frühstück & Mittagessen um Uhr 16.oo, Abendessen um Uhr 21.3o, beides nur kleine Portionen). Auch hier gilt das Sprichwort: Jede Medaille hat zwei Seiten.

 

Ab morgen wird es dann ernst: Am Donnerstag ab Uhr 11.3o der Prolog und ab Freitag startet das Rennen. Startaufstellung ist um Uhr 06.3o – ich freu mich drauf.

Nachdem die beiden CustomSpeed`ler den Mustang hervorragend vorbereitet haben (das Getriebe kam leider als Neuteil schon mangelhaft nach Österreich, aber das kriegen die beiden auch noch hin) und der Alex einen super Job als Beifahrer macht, freue ich mich jetzt wirklich auf den Start. Dies bring naturgemäß den Tagesrhytmus durcheinander, was ua. bedeutet, daß es schwieriger wird, Tagebuch zu führen und es wahrscheinlich auch kürzer ausfallen wird. Mal sehen, was kommt. Für jetzt einmal gute Nacht bzw. euch Europäern guten Morgen.

05. Sonnenuntergang