Day -1, Testfahrten

Heinz ist in der Früh wieder nach Mexico City gefahren, um sein Gepäck zu holen. Wir haben indessen unseren Mietwagen zurückgestellt und einen Bankomaten gesucht (und gefunden). Das nächste Mal werden wir uns eine Bank als Sponsor suchen, dann ersparen wir uns hoffentlich die Thematik mit dem Bargeld :). Schlussendlich haben wir aber heute die Abnahme beenden können und unser Mustang hat den „OK“-Sticker bekommen.

Der wichtigste Part des heutigen Tages war aber  – neben der 2-stündigen Besprechungen für die Beifahrer und der 1-stündigen für die Piloten –  eine ausgiebige Testfahrt auf der morgigen Strecke des Prologs. Die Qualität der Fahrerbesprechungen habe ich schon vor drei Jahren massiv kritisiert. Alex  – der TOP organisiert und vorbereitet ist (an dieser Stelle ein GROSSES Lob an ihn –  hat dies auch gelesen, sich aber nicht vorstellen können, daß es wirklich so schlecht ist :(

02. Alex konzentriert

 

Zurück zur Testfahrt: Der Mustang hat subjektiv weniger Leistung, aber wir sind auf 2.000 m Seehöhe und haben schlechteren Sprit als in Österreich. Richtig testen konnten wir leider nicht, da es heute zur Abwechslung mal regnete und die Straße nass und rutschig war (auch hier kommen Erinnerungen an 2014 hoch). Aber um wieder vertraut mit dem Wagen zu werden, haben die 177 km völlig ausgereicht. Leider ist (ein bereits bekanntes und als behoben gedachtes) Problem aufgetaucht: In langsamen Kurven springt der erste Gang raus, wenn man nicht ordentlich auf dem Gaspedal bleibt. Das mit dem „ordentlich“ und dem „Gaspedal“ ist schon in Ordnung, aber man kann nicht alles mit Vollgas fahren – es gibt auch Kurven.

01. Regen

 

Ein zweites Problem: Für unsere Onboard-Videoanlage haben wir die falschen Speicherchips mit. Sie sind zwar von der Kapazität groß genug, aber wir haben nur die ganz kleinen mit Adapter mit – und die erkennt das System nicht. Also werden wir (die Mechaniker?) morgen nochmal in die Stadt fahren und Chips kaufen.

 

Ansonsten haben sich die Hallen heute gut gefüllt und ich habe einige alte Bekannte getroffen. Nachdem Heinz nach einer Odysee endlich mit vollständigem Gepäck aufgetaucht ist, konnten wir nun den Geist der Carrera wirklich aufnehmen – Chaos! Die technische Administration sollte um Uhr 14.3o beendet sein; um Uhr 21.oo sind noch immer Autos angestanden. Überhaupt ist die Organisation sagen wir mal „verbesserungsfähig, mit viel Luft nach oben“. Aber irgendwie scheint es zur Carrera dazuzugehören.

03. Halle   04. Halle

 

Das Abendessen ist für Heinz und mich aufgrund der späten Fahrerbesprechung heute wieder ins Wasser gefallen. Das Team hat köstliche Steaks in der Altstadt vernichtet; wir beide eine fade Portion Pasta. Aber: Die Gürtelschnalle ist bereits um ein Loch enger geworden aufgrund des unregelmäßigen, vor allem aber seltenen Essen (Frühstück & Mittagessen um Uhr 16.oo, Abendessen um Uhr 21.3o, beides nur kleine Portionen). Auch hier gilt das Sprichwort: Jede Medaille hat zwei Seiten.

 

Ab morgen wird es dann ernst: Am Donnerstag ab Uhr 11.3o der Prolog und ab Freitag startet das Rennen. Startaufstellung ist um Uhr 06.3o – ich freu mich drauf.

Nachdem die beiden CustomSpeed`ler den Mustang hervorragend vorbereitet haben (das Getriebe kam leider als Neuteil schon mangelhaft nach Österreich, aber das kriegen die beiden auch noch hin) und der Alex einen super Job als Beifahrer macht, freue ich mich jetzt wirklich auf den Start. Dies bring naturgemäß den Tagesrhytmus durcheinander, was ua. bedeutet, daß es schwieriger wird, Tagebuch zu führen und es wahrscheinlich auch kürzer ausfallen wird. Mal sehen, was kommt. Für jetzt einmal gute Nacht bzw. euch Europäern guten Morgen.

05. Sonnenuntergang

 

Day -2, Photos

So, jetzt habe ich meine Kamera wieder und kann ein paar Photos reinstellen.

 

Das Entladen von Ford Mustang und Renault Transporter

01. Abladen 1   02. Abladen 2

 

Nach der Zollkontrolle

 03. Zollkontrolle

 

Die technische Abnahme

04. tech. Abnahme 1     05. tech. Abnahme 2

 

In der (kleinen) Halle

06. Hallenparkplatz     07. Halle 1

 

In der (großen) Halle

08. Halle 2

Day -2, Ankunft der Autos

Die Nacht war gut und ausnahmsweise habe ich sogar einmal gefrühstückt. Um Uhr 09.oo sollte der Transporter mit den beiden Autos kommen, aber die einzigen, die rechtzeitig da waren, waren wir. Nach einer dreiviertel Stunde ist dann doch der LKW aufgetaucht und wir konnten mit dem Abladen beginnen. Dies ging Gott sei Dank sehr glatt über die Bühne und bei der anschließenden Kontrolle, ob auch alle Teile und Werkzeug durch den Zoll gekommen sind, konnten wir aufatmen. Es wurde zwar alles durchsucht, aber es fehlt nichts. Es wurde lediglich alles in große Unordnung gebracht.

Während Robert und Gerhard den LKW aus- und neu einräumten, haben Alex und ich den Mustang gewaschen. Unglaublich, wie dreckig ein Auto in einem geschlossenen Container werden kann! Anschließend kam die administrative Abnahme, der medizinische Check und die technische Name der Ausrüstung (Helm, Anzug, Wäsche, etc) sowie des Mustangs. Nur noch die Aufkleber drauf und fertig – jedenfalls fast: Es fehlt noch eine kleine Black Box für die Zeitnahme. Die können wir erst morgen übernehmen, denn uns ist das Bargeld ausgegangen. Aus Sicherheitsgründen haben wir nicht soviel mitgenommen. Und auf der Herfahrt gestern habe ich (nur zur Sicherheit) je eine Kreditkarte und etwas Bargeld in meinem linken und rechten Socken versteckt. Und nun fehlen mir $ 300,- für die finale Abnahme. Aber das werden wir morgen klären.

Untergebracht sind wir in zwei Hallen, wobei wir in der Nebenhalle stehen, was den Vorteil hat, daß es 1. ruhiger ist und 2. unsere LKW auch in die Halle können. Es ist noch nicht viel los, ca. die Hälfte der Autos fehlen noch. Einige bekannte Gesichter aus 2014 habe ebenso getroffen wie den Rauno Aaltonen, mit dem ich eine halbe Stunde in Ruhe plaudern konnte.

Mittlerweile sind auch die vier fehlenden Felgen eingetroffen, die noch extra in den USA produziert und nach Mexiko geflogen wurden. Neue Gummis sind auch schon montiert und also – abgesehen von Kleinigkeiten – alle Arbeiten erledigt. Während ich schreibe, montiert Gerhard noch die Videokameras, damit wir auch bewegte Bilder haben.

Der einzige Negativpunkt ist mein Handy. Irgendwie habe ich heute das Display zerstört und sehe vor lauter Sprüngen kaum noch ein Bild. Gott sei Dank habe ich letzte Woche noch schnell einen kleinen Photoapparat gekauft (bin halt old school), obwohl jeder sagte „daß brauchst Du nicht, Du hast eh ein Handy“. Nachdem ich diesen aber im Mietwagen, mit dem der Alex gerade unterwegs ist, liegengelassen habe, kann ich jetzt keine Photos zeigen – die kommen etwas später.

Nicht ganz so gut geht es dem zweiten Team. Sie haben noch immer kein Gepäck und wissen auch nicht so genau, wo es überhaupt ist. Beim Auto müssen sie noch einiges umbauen und morgen nochmals zur technischen Abnahme antreten. Und dazu brauchen Sie dann auch wieder ihr Gepäck (Anzug, Wäsche, etc…).
Aber sobald das alles erledigt ist, wird die Stimmung auch wieder steigen. Obwohl: So schlecht ist sie gar nicht.
Ich werde etwas später noch einige Photos hochladen. Bis dahin liebe Grüße aus dem warmen und sonnigen Querentaro.

Day -3, Ankunft in Mexico

Heute beginne ich zum zweiten Mal in meinem Leben mit dem Schreiben eines Tagebuchs (und bereits jetzt sei gesagt: Jeder, der einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten). Das erste Mal war vor drei Jahren, als wir das erste Mal in Mexico waren. Und gut war es, denn es gab so viel zu erleben, dass die Erinnerungen sich Überlappten und ohne Tagebuch verblasst wären. Als ich damals auf dem Rückflug zum ersten Mal gelesen habe, was wir alles erlebt haben (und vieles habe ich nicht niedergeschrieben), ist mir aufgefallen, wieviel ich schon wieder vergessen hatte. Hier nun also der „zweite Band“: La Carrera Panamericana 2017!

 

Heute sind wir alle in Mexico City angekommen und haben uns drei Hertz-Mietwagen genommen, mit welchen wir nach Queretaro gefahren sind. Bei Heinz und seinem Beifahrer ist das Gepäck nicht mitgekommen, aber das wird hoffentlich morgen nach geliefert.
Ich selber bin bereits abends am Vortag angekommen und habe die Nacht in einem Flughafenhotel verbracht. Dort konnte ich mein Gepäck wieder ordnen, denn ich bin mit insgesamt 52 kg (ohne Handgepäck) unterwegs. Allerdings nicht gleichmäßig aufgeteilt. Und um statt $ 350,- nur $ 80,- Übergepäck zu zahlen, mußte ich aus einer Tasche 7 kg entfernen, von welcher ich 5 kg in die andere Tasche und 2 kg ins Handgepäck verfrachtete. Aero Mexico akzeptierte nicht, daß sich in Summe nichts änderte.
Über Nacht wurde mir dann die Befestigung der Navi aus dem bewachten „Valet Parking“ Parkplatz gestohlen. Die Navi selbst hatte ich mit auf dem Zimmer, aber die Befestigung …

Morgens um Uhr 08.oo ging es dann los in Richtung Queretaro. Es begrüßte mich vom Flughafen weg ein totales Verkehrschaos in Mexico City. Nicht nur permanenter Stau, auch die Straßen waren teilweise furchtbar schlecht; selbst Geländewagen fuhren manchmal langsam Zick-Zack. Dazu keine Mittellinien, so werden aus drei- plötzlich fünfspurige Straßen. Aber irgendwie funktioniert es doch.
Sobald die erste Mautstation für die Autobahn kommt, ist sie plötzlich in einem guten Zustand. Allerdings gibt es auch hier ab und zu Fußgänger und Radfahrer, teilweise sogar mit Anhängern (ob die auch Maut zahlen?). Zwischendurch auch mal eine offizielle Bushaltestelle, also eine andere Nutzung der Autobahn als wie wir das kennen.
Wetter perfekt, mittags unterwegs 17 Grad, nachmittags in Queretaro 25 Grad, immer mit blauem Himmel. Nachdem ich im Hotel eingecheckt und alle anderen begrüßt hatte, fuhren wir los zur großen Lagerhalle der Carrera. Direkt neben einer Rennstrecke (ein kleines Oval) gelegen, waren aber noch kaum Fahrzeuge vorhanden. Und auch unsere nicht zu sehen. Lediglich ein großer LKW mit Container, in welchem sich die beiden Autos von Heinz befanden, wartete auf die Entladung.

Diese verläuft so: Aus dem großen Sattelschlepper mit Container werden die Autos einzeln auf einen kleineren Abschlepp-LKW umgeladen; der kann sie dann mit einer bewegbaren Ladefläche auf die Straße „entlassen“. Oder auch nicht: Beim Entladen des Begleitfahrzeugs platzte ein Hydraulikschlauch am Abschlepper, sodaß ein zweiter Abschlepper kommen mußte, bis dann endlich beide Autos in die Halle gebracht werden konnten. Dann noch schnell kontrollieren, ob auch alles da ist oder Teile während des Transportes „verschwunden“ sind.

 

IMG_5436  IMG_5442

001. Kontrolle   002. Kontrolle


Was fehlt, sind nun noch meine beiden Wagen. Diese sollen morgen früh um Uhr 09.oo geliefert werden. Um Uhr 11.1o ist bereits das erste freie Fahren auf dem Oval anberaumt, aber das werden wir zu 99% ausfallen lassen.

Jetzt ist es Zeit fürs Abendessen, daher wünsche ich jetzt Mahlzeit und gute Nacht.

09.09.2017: Der Countdown läuft: Nur noch etwas über drei Wochen bis zur Abreise!

05. Container

Bereits auf dem Weg sind das Rennauto sowie das Servicefahrzeug. Diese wurden vor einer Woche in Wien in einen Container verladen und befinden sich bun quasi auf Weltreise. Im Gegensatz zu 2014, wo alles erst in buchstäblich letzter Sekunde fertig wurde (die erste und einzige Probefahrt mit dem Mustang passierte am Tag vor der Verladung!) hatten wir dieses Mal genügend Zeit, um alles ordentlich vorzubereiten. Was nicht bedeutet, daß zwischendrinn das Chaos ausbrach, aber nachdem alle Werkzeuge, Ersatzteile und Papiere beisammen waren, war die Verzollung und Verladung wirklich deutlich entspannter (abgesehen von den vier fehlenden Felgen, die extra in den USA angefertigt werden müssen [passend zur Rennbremse] und dann hoffentlich nach Mexico geliefert werden).

Nun geht es nur mehr um Kleinigkeiten der persönlichen Ausrüstung wie Rennanzug (neues Design), Bekleidung, Impfungen und Medikamenten, welche besorgt werden müssen. Ich befürchte bereits jetzt, daß die Reisetaschen so voll sein werden, daß wir die benutzte Wäsche in Mexico lassen werden, damit wir Platz für die Souveniers haben werden.

Und natürlich die körperliche Fitness: Fahrer und Beifahrer sind (halbwegs) brav im Training. Dies macht sich auf der Waage und dem körperlichen Zustand bemerkbar, nur nicht am Bauchumfang. Aber nachdem die Rennanzüge ja sowieso auf Maß gefertigt wurden, ist das nicht so schlimm J.

 

Die Ziele für heuer sind ja bereits definiert, aber nun ist ein neues dazu gekommen: Jener Herr, der mich zum Rennfahren verführt hat, der mir vom 24 Stundenrennen am Nürburgring und der Carrera Panamericana vorgeschwärmt hat, ist dieses Mal nämlich auch dabei. Er hat einen tollen Pontiac aufgebaut, der in letzter Sekunde fertig wurde (kommt mir bekannt vor) und nun zusammen mit seinem Servicewagen und unseren Autos auf dem Schiff gen Mexico schwimmt. Aufgrund der momentan wirklich schlimmen Stürme und der heutigen Zsunami-Warnung vor Mexico bin ich froh, daß wir unser Budget kurzfristig leicht erweitert haben und eine günstige, hoffentlich überflüssige Transportversicherung abgeschlossen haben. Dies natürlich durch unseren Sponsor Versicherungsagentur Wimmer in Perg. Aber zurück zu unserem neuen Ziel: Wir wollen natürlich schneller sein als der Heinz. Nicht nur der Ehre wegen, sondern auch wegen der Belohnung: Eine Wette zwischen Custom Speed und mir ist, daß im Falle der Zielerreichung wir im nächsten Jahr mit dem Mustang bei den Le Mans Classic antreten werden. Wenn das klappt, fehlen eigentlich nur mehr die Mille Miglia, der Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring, die Targa Florio, die …

Wie auch immer, wir wollen ankommen, Spaß haben und erster werden. Alles andere ergibt sich dann automatisch J.

 

Jetzt werden nur mehr die Tage gezählt, der Paß auf Gültigkeit kontrolliert und bald beginnt es wieder: Die 30te Auflage der Carrera Panamericana und unser zweites Antreten. Wir freuen uns drauf!

 

 

01 LKW beladen   02. Verzollung

03. Verladung   04. Verladung   05. Container

La Carrera Panamericana 2017

23. Day 7 59

Seit der Rückkehr von der Carrera Panamericana 2014 spukt der Gedanke an einer weiteren Teilnahme an diesem legendären Straßenrennen durch unsere Köpfe. Das Fahrzeug wurde speziell für dieses Rennen aufgebaut und ist vorhanden und das Feuer für diese Veranstaltung lodert permanent im Hinterkopf. Aber neben den zeitlichen Anforderungen gibt es auch organisatorische, personelle und natürlich auch finanzielle Aspekte. Weiterlesen