Day 1, Erster Renntag

Noch am Abend haben wir unser Gepäck in den LKW gegeben und sind dann mit leichtestem Handgepäck in der Früh in totaler Dunkelheit um 06.oo gestartet. Was ich von diesen Startzeiten halte, habe ich ja bereits 2014 ausführlich erklärt.
Die Fensterdichtung, die ich gestern versehentlich beim aussteigen mit Helm und HANS komplett rausgerissen habe, war auch wieder repariert und somit konnte der Tag starten. Es waren die gleichen Sonderprüfungen wie gestern plus eine weitere, 30 km lange, welche in beide Richtungen befahren werden mussten. Wir glauben, das wir schon ganz gut unterwegs waren, aber die Ergebnisse gibt es erst nach dem Abendessen (sitze gerade in einem wirklich tollen, historischen Speisesaal eines alten Grand Hotel und habe HUNGER).
Um gleich beim Thema essen zu bleiben: Die erste und einzige Mahlzeit des Tages habe ich heute morgen um 09.3o von Nidia und Fernández (ein mexikanisches Paar, das für ein amerikanisches Team immer frisch aufkocht) bekommen. Wir kennen uns von 2014, sie haben mich damals schon immer mit bekocht. Sie haben schon auf der Tankstelle auf mich gewartet und mich quasi von der Zapfsäule weg zu einem Campingtisch verführt und mir eine frische Eierspeise mit Speck und Toast serviert. Die war sogar noch besser als das Essen gestern Alex wollte nichts, also bekam er auch nichts. Und seitdem habe ich es aus Zeitmangel auch nicht mehr geschafft, etwas zu essen. Diät pur!

Nach den Sonderprüfungen ging es dann ab Mittags auf eine sehr lange Verbindungsetappe nach Puebla. Über 300 km, welche wir sehr flott gefahren sind. Das schnellste heute war 227 km/h, aber 160-180 gingen allemal. Und das auf Straßen, die bei uns neu geteert werden müssten. Und Z und Zack quer über die Autobahnen – das anstehen beim Skilift ist harmloser. Aber ist nix passiert, wir haben nur einen Unfall gesehen und das war ein Abflug in einer Sonderprüfung. Aber auch dieses Thema (Verkehrsübertretungen) habe ich 2014 ausführlich beschrieben).

Gegen halb sechs sind wir dann in Puebla angekommen. 20 km vor der Stadt gab es einen Empfang in einer Polizeistationder Polizia Federal auf der Autobahn. Danach sind wir im Konvoi bis ins Stadtzentrum gefahren. Alle Straßen wurden für uns gesperrt, mehrere km sind wir in einer separaten Busspur an einer stehenden, dreispurigen Kolonne (Berufsverkehr) mit 120 km/h vorbeigerauscht, bis wir dann endlich unsere erste Tagesetappe abgeschlossen hatten.

Nach der Zielankunft gab es nur noch ein Problem zu lösen: Wir brauchten Bargeld! Die Kreditkarte, die ich extra für diese Tour bestellt habe, hat beim tanken genauso wenig funktioniert wie alle anderen. Mit dem Ergebnis, dass wir uns am Abend Geld für Benzin und Maut ausborgen mussten. Gott sei Dank haben wir dann doch noch einen Bankomaten gefunden, der unsere europäischen Karten akzeptierte und können also unsere Schulden begleichen, in Ruhe schlafen gehen und uns auf morgen freuen.

Das mache ich jetzt auch, aber erst nach dem Abendessen. In diesem Sinne: Mahlzeit!