Day 2, von dunkel bis dunkel

Tagwache 5.3o, Abfahrt 6.oo, Ankunft 20.3o.

Ungefähr eine Stunde Fahrzeit bis zum Start, aber es blieb noch genug Zeit für eine frische Eierspeise auf der Straße um umgerechnet 50 Cent vor der ersten SP.
In der ersten SP hätte ich noch keinen Rhythmus, aber die restlichen sieben waren (bis auf eine) dann wirklich gut. Bei drei SP’s müsste man dem Roadbook schon sehr vertrauen und/oder das Hirn ausschalten. Das habe ich nicht gemacht, denn wir wären weit geflogen. Vor allem, weil die Streckenlängen aufgrund von kurzfristigen Baustellen geändert wurden und Alex mir teilweise keine Ansagen machen konnte. Also reine Sichtfahrt.
Insgesamt sind wir wieder im vorderen Drittel und wenn man die modernen Autos wegrechnet irgendwo im Top 20 Gesamtklassement.

Nach den 8 Sonderprüfungen hatten wir dann eine Pause in Tehuacan, einer mittelgroßen Stadt, in welcher wir von hunderten begeisterten Einheimischen empfangen wurden. Auch hier wieder: Straßen gesperrt für uns, mit einem Mini haben wir uns dann auch zum Gaudium der Zuschauer ein Beschleunigungsrennen geliefert. Gehen ganz schön gut, diese gedopten Minis.
Für Tehuacan ist die Carrera eines DER Top-Ereignisse des ganzen Jahres. Ein kleines Video sollte schon auf Facebook veröffentlicht sein.
Danach gab es wieder eine sehr lange Verbindungsetappe mit rund 300 km Richtung Mexiko City. Das die wieder sehr schnell war, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Aufgrund eines Tankstops mussten wir Rauno ziehen lassen. Er hat uns gezeigt, wie man mit 70+ noch immer sicher mit 200 über die Landstraßen fegt. Der Tankstop war dann wie die anderen: Die vets… MasterCard hat nicht funktioniert und wir waren also (bis vor 15 min.) wieder pleite. Wenn es morgen wieder passiert, zerschneide ich sie!!!

Den ganzen Tag war es warm und sonnig – wir wissen nicht, ob wir von der Sonne gegrillt oder vom Motor gekocht wurden, aber auf jeden Fall sind wir heute gegart worden.

Die Einfahrt nach Mexiko City war ein Höllentrip. Die 38 Mio. Einwohnerstadt ist riesig, nur die Einfahrt zum Zentrum war rund 15 km. Die Polizei hat alle Straßen gesperrt und wir haben uns teilweise ein aberwitziges Rennen im Pulk mit bis zu vier Autos nebeneinander und permanenten Spurwechseln geliefert. Würde von einen356er abgedrängt und habe fasteten Tunnelwand geküsst. Der Vordermann, ein cooler Hot Rod, ist zwei, drei Meter mit den linken Felgen am Bordstein entlang geschrubt. Alles auf Video festgehalten. Irgendwo haben wir auch einen Beinaheunfall eines Studebakers auf Video, der sich im Pulk vor uns um 220 Grad gedreht hat und einen irres Glück hatte: Keine anderen Teilnehmer abgeräumt, kein Einschlag.
Im Zentrum haben uns tausende Menschen erwartet. Volksfest pur. Wir sind durch eine Mauer von Menschen gefahren, die vor uns auf und hinter uns wieder zu ging. Bin beinahe in ein geparktes Auto gefahren, ich konnte es vor lauter Personen nicht sehen. Unglaublich!
Nach einer Stunde dort, die mit Autogramm- und Photowünschen verbracht wurde, haben wir uns wieder aufgemacht Richtung Hotel (wieder 15 km, aber ohne Polizei). Dort angekommen haben wir es gerade noch in die Tiefgarage geschafft, bevor es heftig zu regnen begann. Glück gehabt!
Einmal duschen, einmal essen, einmal Blog schreiben und dann ab ins Bett.
Oder so: Denn Heinz hat die Carrera Panamericana (Straßenrennen) mit dem Red-Bull-Ring (Rundstrecke) verwechselt und sich offensichtlich mit den Strassenverhältnissen und der entsprechenden Geschwindigkeit nicht ausreichend auseinander gesetzt.
Mein aktueller Wissensstand: Hinterachse abgerissen, Reparatur in irgend einer Werkstatt irgendwo in Mexiko, massiv Überstunden für Robert und Gerhard. Und wir haben kein Gepäck, denn dass ist im Tourbus. Solange dies aber unser einziges Problem ist, ist alles gut!