Es ist geschafft

Die dreißigste Carrera Panamericana ist vorüber, für mich die zweite. Es war wieder eine tolle, wilde, eindrucksvolle Tour durch Mexiko, welche neue und schöne Eindrücke von Land und Leuten vermittelt hat. Denn trotz der Konzentration, die man stundenlang aufbringen muss und der Geschwindigkeit, mit der der ganze Tross durchs Land reist, bekommt man doch einiges mit.
Es war sehr anstrengend, früh aufstehen, den ganzen Tag im Auto, abends das offizielle Programm bzw. für die Servicecrew die Durchsicht der Fahrzeuge und dann am nächsten morgen wieder früh los. Am Tag nach dem Rennen waren wir alle nur bedingt ansprechbar, hatten keine Energie mehr und haben den halben Tag geschlafen. Aber es hat sich gelohnt: Platz 3 in unserer Gruppe (welche am stärksten besetzt war) und Rang 21 Gesamt. Nicht ganz unser Ziel, aber doch sehr gut. Denn vor allem: Wir sind wieder durchgefahren und heil angekommen. Nach 4.157 km und 1.271 verbrauchten Litern Sprit haben wir das Ziel in Durango ohne Kratzer erreicht. Dies ist nicht allen gelungen, einige wilde Unfälle haben wir gesehen. Aber außer ein paar gebrochenen Knochen hat es Gott sei Dank keine schweren Verletzungen gegeben.
Wir haben wieder gegen alle Verkehrsregeln verstoßen (außer fahren gegen die Fahrtrichtung auf der Autobahn, dass gab es diesmal nicht), aber weder der Alex noch ich hatten jemals das Gefühl, dass es irgendwie akut gefährlich ist. Natürlich kann immer etwas passieren, wenn man knapp am Limit über Passstrassen ohne Leitplanken, aber mit dreihundert Meter tiefen Schluchten neben der Straße fährt, aber wir hatten immer einen kleinen Sicherheitspolster, sodass die Fahrerei schweißtreibend, aber doch Spaß war. Ein einziges Mal war es brenzlig, als uns fast die Straße ausging und wir um Haaresbreite nicht in einen Graben gerutscht sind, in welchem uns ein großer Felsblock begrüßt hätte. Mehr Stress hatten wir am letzten Tag, als ein Verbindungselement am Kabel zum Starter gebrochen ist und wir schon mit stehendem Motor in der SP gestanden sind. Glücklicherweise konnten wir weiterfahren und auch diesen Tag trotz weiterer Probleme mit diesem Teil beenden. Und wie wir weitergefahren sind: Alleine für die drei diabolischen Sonderprüfungen (insgesamt 70 km) und weiteren 30 km Verbindungsetappe haben wir einen kompletten Tank plus weitere 10 Liter verbraucht. 105 Liter für 100 km. Das sagt wohl einiges über die Fahrweise aus. Der Schnitt für die ganze Woche lag bei 30,6 Liter / 100 km; auch nicht so ganz wenig.

Einen Reifenschaden hatten wir und das gebrochene Kabel. Außerdem ist mein Handy zerbrochen, mein Photoapparat ist kaputt und mein Handspiegel. Aber sonst nichts. Das Auto hat super gehalten. Dies ist auf jeden Fall der Verdienst von Custom Speed – Robert und Gerhard. Sie haben den Wagen schon 2014 für die erste PanAm perfekt aufgebaut und auch jetzt wieder grandios vorbereitet. Und während der Tour unter teilweise heftigsten Bedingungen Servicearbeiten um um Uhr 03.oo in der Früh durchführt, da sie erst um 2.3o angekommen sind und um 5.oo schon wieder weiter mussten. Sie (und natürlich auch Johanna) haben schon richtig was abbekommen in dieser Woche. Herzlichen Dank dafür!

Ein herzlicher Dank geht auch an meinen furchtlosen Beifahrer Alex, der sich im Vorfeld perfekt vorbereitet hat und dies während des Rennen fehlerlos umsetzen konnte, der den gesamten Transport der Fahrzeuge koordiniert hat und sich um das gesamte technische Zubehör gekümmert hat. Sich vor allem aber nie über meine Fahrweise beschwert hat 😁 (ich lerne daraus: Es geht vielleicht doch noch schneller). Er hat uns sicher durch Mexiko geführt und dabei einen tollen Job gemacht. Von mir aus: Immer wieder.

Danken möchte ich natürlich auch unseren Sponsoren und fleißigen Geistern, die im kleinen oder großen dazu beigetragen haben, dass wir diese Reise überhaupt antreten konnten und die Ausrüstung und Sicherheiten hatten, die wir benötigt (bzw. glücklicherweise nicht benötigt) haben. Stellvertretend für alle möchte ich hier die Allianz Agentur Wimmer-Dirnberger nennen, deren wir keine Schadensmeldung schicken müssen.

Last but not least möchte ich mich bei unseren Familien bedanken, die trotz der Gefährlichkeit dieser Veranstaltung an uns geglaubt haben, uns keine Steine in den Weg gelegt haben, sondern zu Hause die Daumen gedrückt und mitgefiebert haben. Ohne diesen Support kann man solch ein Rennen nicht fahren.

Nachdem mittlerweile die erste Etappe von Durango nach Mexiko City per Flugzeug (52 kg Gepäck nur von mir!) geschafft ist, wird es nicht mehr lange dauern, bis wir wieder in Österreich sind und in einen normalen Tagesrhythmus wechseln. Die Umstellung beim Essen wird einfach, die Umstellung im Straßenverkehr heftig. Aber wir kommen zurück, warten dann noch auf die Autos und schauen, was die Zukunft bringt …