Jetzt ist es 23.oo und wir haben die „Fahrerbesprechung“ etwas vorzeitig verlassen, denn nachdem wir heute rund 12 Stunden mit drei kurzen Unterbrechungen im Auto gesessen sind, starten wir auch morgen wieder mit Tagwache um 05.3o (keinen Kommentar mehr dazu) und den nächsten 12 Stunden von Oaxaca nach Mexico City.

Eigentlich war es ein sehr schöner Tag, denn diese Art von Autofahren ist bei uns undenkbar (evtl. noch bei der Mille Miglia) und macht richtig Spaß. Die Begeisterung der Menschen ist überall spürbar. In Summe haben wir uns recht tapfer geschlagen; auf der ersten Speedwertung 20te, nach dem ersten Tag 25te im Gesamtklassement.

Leider ist da diese Sache mit dem Speedbumper passiert. Wir waren bereits 50 km im Schnürlregen unterwegs und hatten gerade unseren zweiten und letzten Servicecheck hinter uns gebracht. Die Bumper habe ich gesehen; es waren vier oder fünf kleine, welche wir mit dem Mustang flott nehmen konnten. Aber der letzte in dieser Reihe war (zum ersten Mal) dann doch ein großer, welchen wir volley genommen haben. Dabei habe ich bei beiden Hinterrädern den Nippel der Bremsanlage verbogen bzw. zerstört und dadurch die Bremsflüssigkeit verloren. Gott sei Dank ist nicht mehr passiert, wir konnten umdrehen und die 200 Meter zum Servicecheck retour fahren (daß ich nicht der einzige war, der mit diesem Bumper ein Problem hat, hilft nicht wirklich) Aber: Nachdem es regnete; nachdem der Platz auf einer Tankstelle samt angrenzendem Freigelände untergebracht war (teilweise Schlammschlacht), sind Robert und Gerhard quasi gleichzeitig mit uns losgefahren – aber in eine andere Richtung. Und obwohl der mittlerweile reichste Mann der Welt aus Mexiko stammt und sein Vermögen u.a. mit Telekommunikation gemacht hat (und auch bei A1 investiert hat), funktioniert jegliche Form der Telekommunikation in Mexiko, vorsichtig ausgedrückt, bescheiden! Dankenswerterweise hat das tschechische Team sich bereit erklärt, die Bremsen zu überprüfen und – nachdem sie die richtigen Teile dabei hatten – auch wieder instand zu setzen.

So konnten wir also dem Tross nachfahren und kurz vor Oaxaca auch wieder einholen. Glück im Unglück: Die beiden letzten Speedsektions wurden aufgrund des Regens gecancelt, so daß wir nicht zu viele Strafpunkte aufaddiert bekamen.

Ansonsten ist eine ordentliche Planung das halbe Leben: Ich habe vergessen, einen Platz für den Photoapparat im Auto zu definieren. Folge: Er ist (fast) kaputt. Wir haben einmal übersehen, rechtzeitig zu tanken. Folge: Mörder Stress, um in letzter Sekunde an die Startlinie zu kommen und nur drei von vier Gurten angelegt, keine Handschuhe und ein lockeres Sicherheitsnetz im Fenster. Außerdem beim hektischen tanken den Kofferraumdeckel beschädigt/verstellt; wir konnten ihn nicht mehr schließen. Folge: Auspuffabgase im Auto, tränende Augen, Zeitverlust.

Mittlerweile aber wieder frisch geduscht, etwas Ordentliches gegessen und schon ist die Stimmung wieder besser. Auch die Bekleidung wird wieder trocken (nicht der Rennanzug, alles andere, denn die Tasche mit den Klamotten wurde im Auto leider auch nass). Jetzt freuen wir uns auf den morgigen Tag und hoffen, daß das Wetter entgegen der Vorschau besser wird, denn Regen ist (angeblich) bei der Carrera eher die Ausnahme.

Aber noch mehr freue ich mich aufs Bett. Daher mal wieder: Gute Nacht!

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